Horror ist kein neues Genre. Lange bevor wir uns in Games gruselten, taten wir es im Film, im Comic und in der Literatur. Aber wie unterscheidet sich der Survival-Horror in Games von dem in anderen Medien? Wir sprechen mit der Medienkomparatistin Katja Aller darüber, warum Horror in Spielen anders kickt als im Film, was das Ganze mit unserem Körper zu tun hat und wieso wir uns überhaupt gruseln wollen – oder eben nicht. Außerdem geht es um das Unheimliche bei Freud und Foucaults Heterotopien im digitalen Horrorspiel. Happy Halloween!

Titelbild: Resident Evil: Village / Capcom

Survival-Horror als Extended Body Genre

Linda Williams prägte den Begriff der Body Genres. Für sie sind das solche Genres, die durch spezifische Bilder des Körpers und seiner Flüssigkeiten geprägt sind. Im Horrorfilm geht es dabei um Blut, Leiden und die Zerstörung des Körpers.

Bezogen auf digitale Spiele beschreibt der kanadische Medienforscher Bernard Perron das Survival-Horror-Spiel als ein erweitertes Körper-Genre (Extended Body Genre). Hierbei sei die Begegnung mit dem monströsen Körper besonders hochfrequent und zerstörerisch, während die Bedrohung meistens schon inkorporiert sei (Messer als Klauen oder Maschinengewehre als Hände, wie z.B. in Doom). Zugleich sei die Körperlichkeit durch das Steuern einer Spielfigur besonders stark repräsentiert, insbesondere in Third-Person-Spielen. Hier muss man den prominent dargestellten Körper der Spielfigur vor der Bedrohung durch die Monster schützen, um im Spiel voranzukommen. Durch die Schnittstelle des Conrollers als Erweiterung des eigenen Körpers sind Spieler:innen zudem besonders eng mit dem Körper der Spielfigur verdrahtet. Beim Horrorfilm könne man bei gruseligen Szenen einfach wegsehen; im digitalen Spiel ist das nicht möglich, weil man die Figur ständig steuern und davor schützen muss, getötet zu werden.

Im Podcast sprechen wir auch über die psychologischen Mechanismen, die den Horror und die damit verbundene Körpererfahrung intensiver machen: Presence, Agency und Embodiment.

Zu Gast
TLDR
Spiele in der Folge
  • Alone in the Dark
  • Resident-Evil-Reihe
  • Silent-Hill-Reihe
  • Dead Space
  • Doom
  • Asghan: The Dragon Slayer
  • Alien: Isolation
  • Anmesia: The Dark Descent
  • Penumbra-Reihe
  • SOMA
  • The Forrest
  • The Vanashing of Ethan Carter
  • Layers of Fear
  • The Backrooms
  • Slender Man
  • Vampire: The Masquerade
  • The Long Dark
  • Doki Doki Literature Club!
  • Carrion
  • PT Demo
  • Tomb-Raider-Reihe
Psychologie und Konzepte
Weitere Links
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One comment on “Survival-Horror und die Psychologie des Gruselns – Podcast E039

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  1. […] wenn wir ahnen, dass ein Jump-Scare naht, fordert das Game von uns volle Präsenz (mehr dazu in der Horror-Podcastfolge). Das kann, zugegeben, selbst für die größten Horror-Enthusiasten manchmal überfordernd […]

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