Feuersymbolik in Games

In der "Behind-the-Screens"-Folge geht es um Feuersymbolik in Videospielen. Jessica betont die emotionale Wirkung des Feuers und seine Bedeutung im Gameplay. Spannende Diskussion! Auf Wiedersehen!

2023, Behind the Screens
Behind the Screens
https://behind-the-screens.de

Feuer-Bosse wie The Fury in Metal Gear Solid 3 oder die flammende Begierde in der Leuchtturm-Szene in The Witcher 3: Feuer ist eines der ältesten und mächtigsten Symbole der Menschheit – das nutzen auch Games gerne aus. Wie Feuer als Symbol unsere Emotionen beeinflussen und wie es geschickt im Storytelling eingesetzt werden kann, besprechen wir in dieser Folge.

Generated Shownotes

Chapters

0:00:00 Intro und Begrüßung
0:05:53 Symbolik und Traumedeutung in der (jungianischen) Psychotherapie
0:14:00 Feuer als Vernichtungs-Symbol
0:15:14 Angriffszauber, Statuswerte und Co.
0:19:24 Feuer als Player Guidance; Aufmerksamkeit
0:21:21 Feuer-Bosse: The Fury (Metal Gear Solid 3)
0:28:30 Vorteil: Show, don't tell
0:33:30 Overwatch: On Fire
0:35:49 Evil WIthin 2. Wenn sich Selbstvorwürfe einbrennen und manifestieren
0:42:33 Feuer als Symbol für Neuanfang: Der Phönix aus der Asche
0:45:26 Hitman 2: Eine Pervertierung des Phönix-Mythos
0:50:42 The Witcher 3: Der unsterbliche Olgierd von Everec
0:55:40 Feuerproben in Hellblade: Senua's Sacrifice
0:57:52 Feuer als Symbol der Reinigung und Heiligkeit
0:59:31 The Witcher 3: Verbrennung der 'Anderlinge' durch Tempelwache des ewigen Feuers
1:05:35 The Evil Within 2: 'Father' Theodores flammender Auftritt
1:08:10 Feuer als Schutz-Symbol: Survival-Games und Dark Souls-Reihe
1:11:20 Feuer als Schutz vor Rattentornados: A Plague Tale: Innocence
1:16:02 Feuersymbolik im Kontext von Liebe und Erotik
1:17:55 The Witcher 3: heiße Liebe im Leuchtturm
1:21:03 Firewatch: Das womöglich heiße Finale
1:25:36 Abschließende Gedanken und Abmoderation

Long Summary

In dieser Folge von "Behind-the-Screens" sprechen wir über die Verwendung von Feuer als Symbol und wie es in Videospielen geschickt eingesetzt wird. Unser Gast Jessica hat sich bereits intensiv mit diesem Thema beschäftigt und erzählt von ihrer Erfahrung während ihres Lehrauftrags im Game-Design-Studiengang. Wir sind der Meinung, dass Symbole nicht nur zur Unterhaltung dienen, sondern auch eine intellektuelle Auseinandersetzung ermöglichen. Sie haben eine emotionale Komponente und können Gefühle auslösen oder verstärken. Insbesondere die Feuersymbolik in Videospielen interessiert uns.

Wir diskutieren verschiedene Redewendungen und Symbole, die mit Feuer assoziiert werden. Feuer kann sowohl destruktiv als auch positiv interpretiert werden. In der Jung'schen Therapie spielen Symbole eine wichtige Rolle, da sie eine Möglichkeit bieten, Emotionen zu kommunizieren. In Videospielen dient Feuer oft als Symbol für Zerstörung und kann verschiedene Statusänderungen hervorrufen. Es dient auch als visuelle Warnung oder um den richtigen Weg im Spiel anzuzeigen. Feuer hat also nicht nur eine zerstörerische, sondern auch eine wichtige Gameplay-Funktion.

Feuer wird auch als Symbol für Gefahr und Hindernisse verwendet. Es kann in Boss-Kämpfen und Charakteren auftreten. Die Verwendung von Feuersymbolik hilft, Emotionen zu kommunizieren und verstärkt die Wirkung von Geschichten. Feuer steht auch für einen Neuanfang und die Möglichkeit zur Wiedergeburt. Es kann sowohl zerstören als auch Leben spenden. Beispiele aus Videospielen wie Hitman 2 und The Witcher 3 zeigen diese Symbolik.

Wir diskutieren die Frage, ob immer alles Alte aus dem Weg geräumt werden muss, um etwas Neues entstehen zu lassen. Es gibt die Hoffnung, dass aus der Asche etwas Neues entsteht, aber es ist nicht garantiert. Die Verwendung von Feuersymbolik kann sowohl auf das Feuer selbst als auch auf die menschliche Psyche hinweisen. Das Spiel Hellblade - Senua's arbeitet viel mit Feuer und thematisiert die emotionale Wirkung von Feuer.

Insgesamt erkennen wir die vielseitige Verwendung von Feuer als Symbol in Videospielen und wie es unsere Emotionen beeinflussen kann. Die Symbolik hinter Feuer ist wichtig, um zu verstehen, wie Spiele auf uns wirken können. Wir bedanken uns bei Jessica und Nicolas für die interessante Diskussion über die symbolische Bedeutung des Feuers in Videospielen. Wir freuen uns darauf, in Zukunft weitere symbolische Themen zu behandeln und ermutigen unsere Zuhörer, uns Feedback zu geben und Kontakt mit uns aufzunehmen. Positive Bewertungen auf Plattformen wie Spotify und iTunes sind für uns hilfreich, um sichtbar zu werden und mehr Inhalte zu produzieren. Vielen Dank fürs Zuhören und auf Wiedersehen!

Brief Summary

In dieser Folge von "Behind-the-Screens" sprechen wir über die Verwendung von Feuer als Symbol in Videospielen. Jessica, unser Gast, erzählt von ihrer Arbeit im Game-Design-Studiengang und wie Feuer Emotionen verstärken kann. Wir diskutieren verschiedene Aspekte der Feuersymbolik, von Zerstörung bis Neuanfang. Feuer hat eine wichtige Gameplay-Funktion und beeinflusst unsere Emotionen. Vielen Dank an unsere Gäste für die interessante Diskussion. Auf Wiedersehen!

Tags

Feuer, Symbol, Videospiele, Game-Design-Studiengang, Emotionen, Feuersymbolik, Zerstörung, Neuanfang, Gameplay-Funktion, Gäste, Diskussion
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Transcript

Intro und Begrüßung


Jessica:
[0:00] Feuerbosse wie The Fury in Metal Gear Solid 3 oder die flammende Begierde in der Leuchtturmszene in The Witcher 3.
Feuer ist eins der ältesten und mächtigsten Symbole der Menschheit, das nutzen auch Games gerne aus.
Wie Feuer als Symbole unsere Emotionen beeinflussen und wie es geschickt im Storytelling eingesetzt werden kann, besprechen wir in dieser Folge.

Nicolas:
[0:43] Herzlich willkommen, liebe Zuhörerinnen, zur 80. Folge des Behind-the-Screens-Podcasts.
Heute soll es gehen um Feuersymbolik in Games, ein heißes Thema, ein spannendes Thema für die kalte Jahreszeit, dass unsere liebe Jessica mitgebracht hat, die ich auch heute hier an meiner Seite begrüßen darf. Hallo Jessica. Jessica.

Jessica:
[1:04] Hallo.

Nicolas:
[1:06] Ja, erzähl mal, wie bist du zu dem Thema gekommen? Es ist nicht ganz neu für dich, also ist nicht brandheiß hier auf dem Teller gelandet, dem Themen Teller.
Nicht ganz brandneu, sondern du hast dich schon in der Vergangenheit mit dem Thema beschäftigt.

Jessica:
[1:21] Packst gleich richtig aus, zum Anfang. Ja, das ist so gekommen, als ich meinen allerersten Lehrauftrag hatte.
Zudem bin ich ja so ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, mitten im Semester, wo ich angefragt wurde, ob ich an einem Game-Design-Studiengang, Psychologie unterrichten könnte.
Da hatte ich überlegt, Mensch, was wären denn irgendwie interessante Themen?
Und natürlich sind mir Podcast-Themen von uns eingefallen.
Aber dann kam ziemlich schnell auch das Thema Symbolik auf, weil ich ja einen psychotherapeutischen Hintergrund habe in jungjanischer Psychologie und da spielt Symbolik eine ganz große Rolle, also im Rahmen zum einen natürlich von Traumgeschehen, aber auch von Kunst und anderen bildlichen Auseinandersetzungen.
Und da dachte ich, Mensch, eigentlich ist das was, was in so einem visuellen Medium, wie Spiele eben auch sind, doch eigentlich ein total wichtiges Thema ist.

Nicolas:
[2:21] Ja, es ist spannend, also ich finde Symbole spannend, weil also die Beschäftigung mit Symbolen und so erst mal das Suchen nach Symbolen, das Erkennen von Symbolen in Spielen und dann der Versuch einer Deutung, das sind so Beschäftigungen des Geistes, die mir und ich weiß auch von anderen Freude bereiten einfach.
Also wenn man dann Zusammenhänge herstellt von einem Zeichen, das sich einem offenbart, zu einem ... zu einer anderen Sache, dann ist das wie so ein kleiner Aha-Effekt, ein kleines Heurika vielleicht.
Und das spricht einen, also spricht mich, auf so einer intellektuellen Ebene an.
Und das ist ja, sagen wir mal, eine Motivation, mit der man sich eben auch Spielen nähern kann.
Ist ja nicht nur die reine Unterhaltung, sondern auch eine, sagen wir mal, Unterhaltung des Geistes im Sinne einer, ähm, ja, eben einer intellektuellen Auseinandersetzung auch.
Und so wie jede Kunst, wie es in der Literatur vor Symbolen nur so wimmelt oder in der Malerei und so weiter.
Selbstverständlich, wenn man Videospiele als Kunst eben auch anerkennt, ist es natürlich ganz klar, dass dort Symbole auch eine wichtige Rolle spielen können.

Jessica:
[3:38] Ich finde, du sprichst da schon was Wichtiges an.
Also wir haben zum einen diese intellektuelle Ebene, wo uns vielleicht ganz neue Zusammenhänge aufgehen oder uns bewusst wird, Mensch, hier wird was unterstrichen, hier wird was hervorgehoben, vielleicht auch irgendwie schon ein bisschen angekündigt auf einer versteckten Ebene, was als nächstes passiert.
Und natürlich haben wir bei den Symbolen immer noch auf der anderen Ebene die emotionale Komponente, also, Ja, gerade Feuer zum Beispiel, das weckt was in uns, das löst vielleicht im richtigen Kontext in einer hitzigen Gefechtssituation zum Beispiel oder in einer romantischen Szene oder so, löst das vielleicht Gefühle aus oder kann sie zumindest unterstreichen und damit eben zur Atmosphäre beitragen.
Also mir scheint die Beschäftigung mit Symbolen auch sehr wichtig zu sein, um nochmal auf einer anderen Ebene als die, die wir meistens eben so besprechen, uns nochmal dem zu nähern, wie Games eine Wirkung auf uns entfalten können.

Nicolas:
[4:47] Ja, wenn wir jetzt nun konkret über die Feuersymbolik sprechen, von was für einer Wirkung reden wir denn hier dann vielleicht?

Jessica:
[4:58] Ja, das können ganz verschiedene sein, die ich mit dir heute gerne besprechen würde, denn das Thema ist tatsächlich auch ein Lehre-Thema für mich geworden und da, habe ich mich so anhand von verschiedenen Redewendungen schlussendlich, also von einer sprachlichen Ebene aus dem Thema genähert und hab mir überlegt, Mensch, was gibt's denn für Möglichkeiten, Symbole, also Feuer, wo haben wir das in der Sprache drin?
Und da sind mir eine Menge eingefallen, hab auch einige nachgeschlagen.
Natürlich haben wir solche Sachen wie lodernder Has, brennende Eifersucht, das brennt sich in die Seele oder so, also was so Richtung destruktiv, Richtung Vernichtung geht.
Wir haben aber sowas auch wie der Phönix aus der Asche als Bild für einen Neuanfang zum Beispiel oder die brennende Leidenschaft für die Liebe und so weiter.

Symbolik und Traumedeutung in der (jungianischen) Psychotherapie


[5:58] Also so habe ich einige, ja.
Punkte rausgearbeitet, die ich im Kontext von Games sehr interessant finde und wo uns glaube ich eine menge Beispiele auch einfallen werden.

Nicolas:
[6:13] Ich glaube, also es ist ja auch kein Zufall, dass du dich auch über die sprachliche Ebene diesem Thema Symbolik, Feuersymbolik in dem Fall auch genähert hast, weil Jessica, du hast ja so von uns aus dem Podcast-Team am stärksten einen psychotherapeutischen Hintergrund und das Material, mit dem man arbeitet quasi als Psychotherapeutin, ist ja nicht ausschließlich, aber ist ja vielfach auch sprachlich basiert quasi.
Man arbeitet mit dem, was die Patienten und Patientinnen einem erzählen, versucht gegebenenfalls aber auch hinter diese Dinge zu schauen, die vordergründig dort erzählt werden, hinter die Wörter, um eben auch möglicherweise versteckte Bedeutung und so weiter aufzudecken.
Und das ist also vielfach ein sprachbasiertes Arbeiten letztendlich, nicht nur, man interpretiert natürlich auch so Regungen im Gesicht und der Gestik und so weiter, Aber es ist schon sehr ergiebig einfach sich mit den Worten der Patienten und Patientinnen so auseinanderzusetzen und du sagtest ja, du hast so ein bisschen diesen Jungianischen Hintergrund, was also das psychotherapeutisch angeht.
Magst du mal kurz umschreiben, welche Bedeutung denn jetzt Symbole da eigentlich jetzt einnehmen in dieser Perspektive?

Jessica:
[7:34] Also die Jungianische Therapie ist ja ursprünglich aus der, ja, oder ist immer noch ein psychoanalytisches Verfahren.
Jung war ein Schüler von Freud und hat sich aber in einigen sehr zentralen Punkten mehr und mehr von Freud distanziert.
Das kam dann auch wegen ganz verschiedener Meinungsunstimmigkeiten und anderer Geschichten dann an einem bestimmten Punkt auch zum Bruch zwischen den beiden.
Und ein Thema, in dem sich die beiden eben ganz stark unterscheiden, ist, dass auch wie mit Symbolern, mit Kunst, mit Träumern, mit all diesen eher bildlichen Sachen umgegangen wird und mit dem, wie man das deuten kann.
Weil Jung eine ganz eigene Traumdeutungstheorie, würde ich mal sagen, entwickelt hat.

[8:27] Und ein wichtiger Aspekt, nur um den einmal kurz angerissen zu haben, ist der, der, glaube ich, auch für später vielleicht noch mal relevant werden kann, die Idee, dass es zwei Arten gibt, wie man Träume deuten kann.
Das eine, das wäre so eine objektstufige Deutung.
Das ist das, was auch die Psychoanalyse allgemein meistens als solche anerkennt.
Also wenn ich jetzt zum Beispiel, keine Ahnung, von meinem Chef träume oder von meiner Chefin, das ist dann, um irgendwas in der Beziehung zu dieser realen Person geht.
Und Junge ist noch einen Schritt weitergegangen und hat gesagt, wir können Träume aber vielleicht auch so verstehen, dass alles, was in diesen Träumen passiert, quasi ein Abbild unserer Selbst ist.
Also, dass die Figuren, die uns begegnen, z.B.
Eben innere Anteile von uns sind und eben nicht sich auf das Außenbeziehen müssen.
Selbst wenn die Figur jetzt in Form z.B.
Meiner Chefin oder meines Chefs auftritt, kann es sein, dass es um einen Persönlichkeitsanteil von mir geht.
Um ein Bild vielleicht, um was, was sich da quasi, was nach oben kommt und mich auf die ein oder andere Art beeinflussen möchte.
Und das nennt sich subjektstufige Traumdeutung. Und ich glaube, das wird für manche Fälle, die wir uns nachher anschauen, wo wir Videospielcharakteren begegnen, wie zum Beispiel Sebastian Castellanos in The Evil Within, da habe ich so das Gefühl, ist das eine, eine Theorie, die uns noch mal nützen kann.

[9:56] Und jedenfalls, um diese Träume zu deuten, ist es natürlich dann ganz wichtig, sich anzuschauen, was ist da eigentlich drin? Also was sind da für Bilder?
Gerade in der Jungianischen Therapie geht es auch viel drum, sowas dann zu malen oder in irgendeine Form von künstlerischem Ausdruck, sage ich mal, zu bringen.
Und da spielen jetzt eben, da kommen die Symbole in ihrer Bedeutung mit rein.
Und was ganz wichtig ist in diesem jungianischen Verständnis ist, dass ein Symbol immer mehr deutlich ist.
Das ist das Problem, das wir oft in Traumdeutungsbüchern oder auch einigen Websites finden.
Da steht irgendwie hier, du hast von Zähnen geträumt, die ausfallen, das hat genau diese eine Bedeutung.
Oder du hast von einer Katze geträumt und das hat genau diese eine Bedeutung.
Und die jungianische Psychotherapie sagt eben, das ist super unterschiedlich.
Ein Symbol zeichnet sich eben gerade dazu dadurch aus, dass es mehrdeutig ist im Vergleich zu einem Zeichen zum Beispiel, das eben, wo man sich auf eine Art von Bedeutung irgendwie festlegt.
Ja, wir haben irgendwie eine Flagge als Zeichen für einen Staat oder wir haben irgendwelche Verkehrszeichen, die können wir erkennen, weil wir uns irgendwie darauf verständigt haben, das ist das Zeichen dafür.

[11:12] Aber bei Symbolen, die sind eben immer sehr, sehr mehrdeutig und können in unterschiedlichen Bedeutungskontexten und unterschiedlichen persönlichen Kontexten ganz unterschiedlich auftreten.
Deswegen vorhin auch mein kleiner Ausschweif dahin, wie wir Feuer vielleicht im Rahmen von Games verstehen können, eben in ganz vielen verschiedenen Kontexten und Bedeutungen.

Nicolas:
[11:33] A. Nun gibt es ja aus verschiedenen Ecken auch innerhalb der Psychotherapie durchaus Kritik an, sagen wir mal, der Beschäftigung mit Symbolen im Rahmen der Psychotherapie, weil die so, ja, letztendlich ja so offen zu interpretieren seien, keiner weiß ja genau, was die wirklich bedeuten.
Ist ja irgendwie Auslegungssache der Psychotherapeutin letztendlich, insbesondere aus der Verhaltenstherapie hört man vielleicht dann solche.
Einwende was würdest du was würdest du denen entgegnen warum es vielleicht trotzdem lohnenswert ist sich damit zu beschäftigen auch wenn es vielleicht nicht in sagen wir mal in kategorien von absoluten wahrheiten und von eindeutigen bedeutungen vielleicht verhandelt werden kann das thema symbole.

Jessica:
[12:28] Also ganz ganz wichtig ist natürlich, dass der Patient die Patientin die Deutungswohlheit hat.
Also ich kann nicht hergehen und sagen, aha dein Traum bedeutet dieses und jenes.
Ich habe das jetzt hier irgendwie fancy analysiert, weil ich so lange in Ausbildung war und mich damit beschäftigt habe und dir sagen kann, was dein Feuertraum genau bedeutet.
So funktioniert es natürlich nicht. Das wäre übergriffig. Es geht, wenn es wirklich in therapeutischen Kontexten um Traum verstehen geht, geht es natürlich darum, gemeinsam mit der Person rauszuarbeiten.
Was sind die Ideen der Person, die Assoziationen, die ihr in den Sinn kommen?
Ja, die eine Person findet eine Katze im Traum vielleicht total cool, weil sie Katzen mag und eine andere Person hat ein ganz furchtbares Erlebnis mit einer Katze gehabt und reagiert ganz anders auf dieses Symbol, wenn wir es jetzt als Symbol deuten wollen an der Stelle.
Und das ist eben ganz, ganz wichtig und muss man immer im Hinterkopf behalten.
Und dann, das ist natürlich eine sehr tiefenpsychologische Idee, ist es natürlich so, dass Jung zum Beispiel auch selber sagt, es geht immer darum, dass so ein Symbol mehr bedeutet, als es jetzt ausdrückt.
Also es hat so einen unbewussten Aspekt, den man nie wirklich definieren kann oder ganz erklären kann.
Wir sehen eben immer nur einen Teil davon und es steckt aber viel in der Tiefe.

[13:49] Das aber irgendwie doch auf uns wirkt.
Und emotional auf uns einen Einfluss hat und uns vielleicht auch in unseren Gedanken beeinflusst.

Nicolas:
[13:59] Also wir können festhalten, also Interpretationen und so weiter muss man auf

Feuer als Vernichtungs-Symbol


[14:03] jeden Fall mit der notwendigen Vorsicht und Rücksichtnahme auch vornehmen, um sich nicht die Finger zu verbrennen, womit wir jetzt semantisch wieder bei unserem Thema der Feuersymbolik wären.

Jessica:
[14:17] You did it again.

Nicolas:
[14:20] Ja, Feuersymbolik im Games. Vielleicht muss man diesen ganzen Dialog zuallererst voranschicken.
Nur weil in einem Videospiel Feuer auftritt, in irgendeiner Form, heißt es nicht, dass es eine symbolische Bedeutung haben muss.
Ja, es gibt jede Menge Feuer in Videospielen, welche, sagen wir mal, auch mit aller Mühe, welchem kein symbolischer Gehalt zugewiesen werden kann vielleicht.
Nichtsdestotrotz gibt es allerdings doch eben auch genügend Beispiele aus der Welt der Videospiele, wo das Feuer als ein Symbol auftritt und das wollen wir beiden, Jessica und ich, nun ein bisschen mal durchschmecken.
Jessica ist ja bei den HörerInnen, die schon länger dabei sind, hier im Podcast, auch bekannt unter ihrem zweiten oder im Beinamen Queen of Destruction,

Angriffszauber, Statuswerte und Co.


[15:19] Queen of Explosions.
Das steht in einem Zusammenhang mit Vernichtung und damit wären wir auch so bei der ersten, sagen wir mal, im ersten Bedeutungsbereich, das Feuer als Vernichtungssymbol.

Jessica:
[15:34] Ja, Feuer als Vernichtungssymbol ist glaube ich das, das einem auch als erstes in den Sinn kommt.
Wir haben ja super viele verschiedene Spiele, die zum Beispiel in ihren magischen Aspekten, wenn es um irgendwelche Angriffszauber geht oder so, haben wir eigentlich immer irgendwas aus dem Feuerbereich.
Wenn wir jetzt in Witcher schauen, haben wir Igni oder wir haben sowas wie Flammen, Feuerball, Verbrennen in Skyrim und so weiter.
Oft haben wir das Feuer in einer Funktion, in der wir Gegner angreifen in irgendeiner Form.
Oft ist das dann noch mit Statuseffekten verbunden.
Also das irgendwie, auch wenn ich den…, ja, Zauber abgeschlossen hab, dass noch Damage passiert, dass die Gegner vielleicht nach einer bestimmten Zeit auch anfangen zu brennen, wenn ich die lang genug mit meinen Zaubern oder meinem flammenden Schwert oder was auch immer ich zur Verfügung hab, da maltretiere, haben oft solche Effekte, dass es irgendwie die Rüstung schwächt und so weiter.
Und dann eben auch entsprechende Bilder von rötlich-schwarzen Gegnern, wenn die in so einem Brennzustand sind.
Oder wir auch selber, wenn's uns erwischt, Das kann natürlich auch passieren.

Nicolas:
[16:49] Ja, also man kriegt den Eindruck, Feuer wird häufig so, ja, fast schon stereotyp verwandt als allerdings auch universell anerkanntes oder schnell zu deutendes Symbol für die Zerstörungskraft, ne?
Häufig wird es dann, also im Rollenspielbereich, wird das Feuer ja häufig magisch erzeugt.
Dann gibt's vielleicht diesen Bereich der Zerstörungsmagie, Und da ist dieser Feuerball mehr oder weniger prototypisch steht der für den den simpelsten.

[17:23] Zerstörungszauber letztendlich, der häufig direkt zu Beginn gelernt wird und dann jedenfalls mächtige Stufen davon freigeschaltet werden.
Und es ist doch eigentlich ganz interessant, sagen wir mal, welche Nuancen es gibt in diesem Zerstörungsakt, der mit dem Feuer zusammenhängt.
Also es gibt einerseits, gibt es ja also diese große Hitze, die mit einem Feuer einhergeht, die unmittelbar das Ende für bestimmte Lebewesen oder auch unbelebte Objekte bedeutet.
Einfach so eine Art schnelle Wirkung.
Und dann hat Feuer ja aber auch so einen nagenden Charakter, der also langsam an den Dingen zehrt.
Und das ist in Videospielform dann häufig repräsentiert als...
Damage-over-time-Effekt.
Also, der vielleicht ... eine Art Schadenszustand, der vielleicht mehrfach die Sekunde oder alle paar Sekunden einen Schadenswert erzeugt, einen Tick, einen Damage-Tick quasi repräsentiert.
Und ... ja, also, damit sind quasi ... Man hat quasi dort eine Übersetzung des Charakters, der Feuerzerstörung in Gameplay-Elemente.
Die ich eigentlich interessant finde.

Jessica:
[18:42] Ja, und das ist natürlich auch durch die Farben, wenn wir das aufgreifen, mit Rot und Orange, haben wir Signalfarben, sind Farben, die wir automatisch mit erstmal Vorsicht assoziieren, ja, Rot wie Blut und so weiter.
Also können wir in verschiedene Richtungen ausdeuten, aber da ist schon eine Message drin, Achtung, hier könnte es gefährlich werden.
Und wie du sagst, wir haben auch dieses verzehrende Element, dieses, das länger andauert, sich ausbreiten kann unter Umständen auch.
Also ein Feuer bleibt nicht unbedingt nur an einem Ort.
Gerade wenn wir in irgendwelchen Games durch Ortschaften gehen, können wir uns zumindest vorstellen, ja, es ist meistens gerade in den älteren

Feuer als Player Guidance; Aufmerksamkeit


[19:25] Spielen nicht umsetzbar, dass die Häuser nach und nach anfangen zu brennen.
Da brennt halt eins oder mehrere, aber es passiert über die Zeit nichts.
Aber es ist doch sofort mit diesen Bildern assoziiert, hier geht sehr, sehr viel kaputt und was übrig bleibt, ist verbrannte Erde.

Nicolas:
[19:46] Ja, häufig rückt das Feuer in verschiedener Form ja auch den Videospielfiguren zur Leibe.
Und dann wird es manchmal ja auch verwendet, um den Spieler ein bisschen durchs Level zu leiten, wenn bestimmte Abschnitte durch Feuer versperrt sind zum Beispiel, weil die Spielfigur Schaden nimmt, sobald sie sich in die Nähe des Feuers begibt und so weiter. In diesen Momenten nimmt das Feuer auch eine leitende Funktion ein.
Der zerstörerische Charakter bewirkt, dass man sich von dem fernhält.
Und durch das Fernhalten, die Bewegung weg zum Feuer, heißt automatisch, hin, woanders hin, in eine andere Richtung.
Und das gibt dem, ja, das gibt eine Richtung vor, die gegebenenfalls dann eben intendiert ist von den DesignerInnen, um den Spielenden durch die Spielwelt zu leiten.
Ich meine, das ist der Klassiker irgendwie, dass man vielleicht auch ein Objekt der Begierde ist, irgendwie hinter einer Feuerwand verborgen, man kommt noch nicht ran, man muss erst ein Rätsel lösen oder so, um, um dahinter zu gelangen, hinter diese Barriere, also auch das eine Gameplay-Funktion, von Feuer.

Jessica:
[20:59] Oder auch in irgendwelchen Zombie-Apokalypsen sehr gerne, wenn irgendwie die Stadt brennt und hinter uns sind irgendwelche Gegner und wir können nur wegrennen, dann ist sehr, sehr klar, okay, überall wo es hell ist und brennt, da geht es auf jeden Fall nicht weiter.
Wir suchen bestenfalls auch was Helles.
Ja, meistens ist es irgendwie doch angeleuchtet, wo man eigentlich hingehen soll.
Selten muss man irgendwie durch die Dunkelheit klettern, also Thema Aufmerksamkeit

Feuer-Bosse: The Fury (Metal Gear Solid 3)


[21:27] auch wieder, worauf wird unsere Aufmerksamkeit gelenkt und so weiter.
Und auch da haben wir eben...
Den Effekt, okay, hier geht's definitiv nicht weiter.
Das Spiel wird mich höchstwahrscheinlich nicht zwingen, hier durch eine Feuersprunst zu springen.
Aber nicht nur in diesen Bereichen haben wir Feuersymbolik, sondern natürlich auch in ganz vielen Spielern, die Feuerbosse zum Beispiel uns auftischen.
Eigentlich immer sehr beliebt. Und irgendein Gegner wird immer irgendwie brennen, irgendwelche Flammen speiern oder uns anderweitig mit Hitze und Feuer versuchen, zu Leibe zu rücken.
Ich spiel gerade Lies of Pea und einer der ersten Bosse, denen man im Spiel begegnet, ist auch so ein Feuer-Ofen-Automat-Puppe.

[22:21] Die einem mit Feuer zu Leibe rückt. Das ist so was, das ist irgendwie ganz intuitiv.
Oder auch an Hellblade's Annual Sacrifice ist, glaub ich, einer der allerersten Bosse der Surt.
So ein Feuergott in der nordischen Mythologie.
Oder ja, noch viele andere Beispiele. Ich frag mal dich, Nikolas.
Fällt dir ein Feuerboss ein, an den du dich erinnerst?

Nicolas:
[22:45] Ähm, also, ich hatte mit dem lieben Benjamin, äh, bin nach wie vor dabei, die Metal Gear-Reihe nachzuholen.
Und dort waren wir zuletzt im dritten Teil angelangt, Metal Gear Solid 3, wo wir den Boss The Fury begegnet waren, welcher einen Flammenwerfer mit sich herumträgt.
Und hier ist auch, wie der Director selbst sagen würde, vom Regisseur von Hideo Kojima ist auch vorgesehen ein bemerkenswerter Zusammenhang zwischen dem Namen The Fury, welches eine, eine Emotion beschreibt, der Charakterisierung dieses Bosses, der nämlich also wirklich von Wut vor, ähm, ja, also nur so strotzt, von Wut verzehrt wird.
Und dem Gameplay-Element dieses Flammenwerfers, der Hauptfigur, ähm, Naked Snake, hier zu Leibe rücken.
Und, ähm, da ist also quasi ...
Dort ist eben so ein ganz dieser basale Zusammenhang zwischen dem feuer und sagen wir mal unserer gefühlswelt gegeben weil wir haben allein schon ganz viele worte um diesen, ja um um unseren gefühl ausdruck zu verleihen und unter.

[24:08] Zu hilfe name von wörtern die in irgendeinem semantischen kontext mit feuer stehen also entweder ist das sind das sind das gefühle die uns irgendwie innerlich auffressen, so wie das vielleicht ein Feuer tut oder wir verzehren uns nach irgendwem, es brennt mir in der Seele, ja, brennende Gefühle von Eifersucht und so weiter, der lodernde Hass.
Das sind alles so, ja, Gefühlsäußerungen, die eben Charakteristika des Feuers mit aufgreifen und es ist ja nicht so ganz leicht über seine Gefühle zu reden manchmal.
Jeder weiß, wie sich ein bestimmtes Gefühl anfühlt, aber es auszudrücken, ist manchmal nicht ganz leicht.
Und dann sind es eben auch diese sprachlichen Symbole häufig, die einem dabei helfen, auf der gegenüberliegenden Seite dieses eines Kommunikationsaktes eben auch ein intuitives Verständnis davon, wie man sich fühlt, vielleicht auch hervorzurufen.
Weil das verbindende Element ist dann eben der Charakter des Feuers, der sich in der Gefühlswelt niederschlägt.

Jessica:
[25:22] Und genau das ist ja auch die Idee hinter der Symbolik, also dass es was universell Verständliches ist, dass wir eben nicht nur auf einen Kulturkreis bezogen verstehen können oder gar auf kleinere Gruppen, sondern dass eben im Gegensatz zu Zeichen, auf die man sich irgendwie verständigt, so ein Feuer zum Beispiel als Symbol für Wut universell mehr oder weniger eben auch verständlich ist.
Und ich finde diese Geschichte von The Fury ja sehr interessant.

[25:54] Also Fury war ein Astronaut und bei dem Wiedereintritt in die Atmosphäre in seiner wie nennt man das denn? Rakete ist das dann nicht mehr, oder?
Egal. Also er ist irgendwie mit so einer Kapsel zurück auf die Erde gekommen und da ist was schiefgegangen und im Wiedereintritt in die Atmosphäre ist er quasi fast verbrannt und das war so eine Art Nahtoderlebnis und er hat sich dabei eben selber in Flammen stehen sehen und das Spiel erklärt das nicht genauer, aber es ist quasi dann das Feuer so zu seiner Obsession geworden und er war so wütend darüber, dass es immer noch am Leben zu sein und dieser Zorn, diese Wut, die sind jetzt eben das, das uns da entgegenschlägt in den Flammen aus Flammenwerfer.
Er sagt da auch an einer Stelle, the flames of my rage will incinerate you, also die Flammen meines Zorns werden dich einäschern oder verbrennen.
Also auch da greift er das eben wieder auf.
Und es ist quasi die Lebensgeschichte von ihm und die Wut darüber, noch am Leben zu sein, wegen seines Gefühls eben, eigentlich hätte ich da sterben sollen, die ist so groß geworden, dass sie jetzt eben so stark den Weg nach außen in diesen Ausdruck durch die Flammen findet.

Nicolas:
[27:18] Ja das ist für mich als psychotherapeutischen Lion irgendwo für mich steckt da schon so eine bemerkenswerte Komplexität drin in dem Sinne, also er ist wütend darüber überlebt zu haben, auf wen richtet sich die Wut letztendlich, möglicherweise auch ein Teil gegen sich selber, ja und aber diese wird jetzt nun trotzdem nach außen man könnte projiziert sagen und symbolisch über den flammenwerfer auch nach außen geschossen quasi auf.
Die wut richtet sich auf alles letztendlich in seiner umgebung möglicherweise aber auch nur als stellvertreter für die wut auf sich selber möglicherweise dort.
Und also, das heißt also hoch symbolisch, hoch, ja, eine hochkomplexe Emotion, die hier auf einmal möglich wird, auch künstlerisch mit den Mitteln eines Videospiels irgendwo auch darzustellen, ohne das quasi ganz banal auszusprechen und auszubuchstabieren zu müssen,

Vorteil: Show, don't tell


[28:30] was jetzt das leiden letztendlich auch ist dieses interessanten charakters da würde der zauber ja vielleicht auch verloren gehen dann würde man diese versuch unternehmen dass irgendwie und detail.

Jessica:
[28:47] Durch eine textbox zum beispiel den spielenden irgendwie näher zu bringen gerade wollte ich sage wenn wenn man einfach wirklich die spannung aus einer situation nehmen möchte wenn man es wirklich.

[29:01] Trocken auf die intellektuelle schiene den leuten um die ohren hauen möchte dann ist die textbox der richtige weg das zu tun wir lesen erst mal einen ganz langen artikel darüber, warum The Fury jetzt eigentlich wütend ist und so.
Und dann steht er irgendwie da und sagt, hey, ich bin wütend.
Ja, das funktioniert nicht, ist ganz klar. Das bringt uns nicht in die Emotionen, in der man uns haben will, in dem Moment, wenn wir im Spiel sind.
Wir wollen ja, also, hat ja auch ganz viel mit Immersion zu tun.
Die wird natürlich sehr schnell zerstört, wenn ich ja irgendwie eine superintellektuelle Abhandlung jetzt irgendwie lesen muss.
Bestenfalls noch irgendwie so auf einer Metaebene, wenn's vielleicht gar nicht noch, keine Ahnung, irgendwie versucht wird, zu framen ihn.
Das steht irgendwie in einem, in einer Akte über ihn oder so.
Das kann man dann zumindest noch ein bisschen versuchen.
Aber es ist was ganz anderes, das zu zeigen. Es gibt ja auch diesen ganz, ganz wichtigen Satz im Game Design, show, don't tell.

[29:59] Also, versuche es quasi durch, ich sag mal, audiovisuelle Mittel zu vermitteln.
Bring das Gefühl rüber. Bring die Leute nicht auf diese intellektuelle Ebene, weil da wirst du sie wahrscheinlich grade gar nicht haben.
Du wirst sie Emotionen erleben, grade in so einem Actionspiel.
Ist was anderes, wenn ich sag, ich hab jetzt irgendwie Bock, hier die Lore in Skyrim zu lesen und ich nehm jetzt den Abend Zeit, mich in meine Bibliothek in einem meiner zehn Häuser zu verschanzen und mich da durch die Bücher zu klicken. Das kann ich machen.
Aber da bin ich in einem anderen Zustand als wenn ich hier grade The Fury begegne.
Da will ich nicht intellektuell sein, da will ich in den Kampf gehen, Da will ich mich gestresst fühlen, da will ich mich bedroht fühlen durch diese Flammen.

Nicolas:
[30:44] The Fury reiht sich also ein in eine Reihe von Feuerbossen, die also irgendwie mit Feuer assoziiert sind.
Häufig findet man die Stereotyp auch wirklich buchstäblich in Flammen stehen, ne, als Gegnertyp.
Äh, da ... da kommt mir grade der Gedanke, weil wir auch so bei Selbst ...
Vielleicht bei Selbsthass waren an der Stelle, ähm, wenn man selbst in Flammen steht, ist eigentlich ja, sagen wir mal, ein potenziell selbstschädigender Zustand eigentlich, ne?
Häufig findet man in Videospielen ja irgendwie, dass die scheinbar von ihrem eigenen Feuer, der Feuerboss quasi, nicht berührt werden.
Irgendwie in der ... Dass es denen nicht zum Nachteil gereicht in irgendeiner Form.
Aber vielleicht ist eigentlich doch darin auch ein Kommentar versteckt, dass Wut auch einem selbst schaden kann.
Also, die Wut, die jetzt als Symbol in dem Feuer steht, das sind ja häufig von sehr wütenden Gegnern, die dann dort in Flammen stehen und sich als Boss einem offenbaren.
Ähm, und es gibt natürlich Momente im menschlichen Zusammenleben, wo Wut eine gute, gesunde Reaktion sein kann.
Aber es gibt auch Situationen, wo die gegebenenfalls, ähm, ja, maladaptiv ist oder in dem Sinne nicht förderlich ist. Und wo sie einem selber schaden kann.
Und, ähm, ja, das dann quasi ... Also auch durch diesen Zustand des Brennens darzustellen.

[32:13] Das Feuer ist letztendlich ja ein...

[32:18] Eine naturgewalt die potenziell den körper schädigen kann.

Jessica:
[32:27] Und wahrscheinlich kommt da eben auch dazu wie du sagst es ist nicht zielgerichtet bei ihm also es ist vielleicht sogar wirklich eine projektion nach außen vielleicht haben wir hier ich weiß gar nicht mehr war er allein in dieser kapsel oder hatte er, Jemanden dabei, weil mir ist noch das Konzept der Survivors Guild gekommen, also dieses Schuldgefühl ist, dass sehr, sehr viele Menschen haben, die eine Katastrophe überlebt haben und zum Beispiel Angehörige oder andere wichtige Personen das eben nicht überlebt haben und dieses Schuldgefühl, warum, warum ich, warum habe ich das überlebt, warum mussten die anderen sterben, das war was, was mir da noch in den Sinn kam, aber grundsätzlich eben dieses, die Wut ist nicht auf irgendwas gerichtet in der Form, dass es vielleicht auch, wie du sagst, gibt natürlich Kontext, in der Wut wichtig ist, sehr Grenzen zu ziehen, sich abzugrenzen.
Wut ist nicht, auch wenn das leider in unserer Gesellschaft immer wieder so vermittelt wird, keine an sich schlechte Emotion, keine böse Emotion, die immer gleich destruktiv ist.
Ich kann diese Energie in der Wut sehr zielgerichtet nutzen, um zum Beispiel eben Grenzen zu ziehen.

Overwatch: On Fire


[33:32] Aber wenn es eben so eine blinde Wut ist, so einfach nach außen gerichtet.
Ich sprühe auf alles Feuer, was sich mir in den Weg stellt.
Ich zerstöre damit auch die Möglichkeit, Heilung zu erfahren, mit anderen in Kontakt zu kommen, weil ich alles um mich herum zerstöre. Da geht viel kaputt.

[33:51] Wenn du von On Fire sprichst, wir hatten in unserer Community bei den Menschen, die uns unterstützen auf Steady, denen erzählen wir im Vorfeld immer, was wir für Folgen aufnehmen.
Zumindest in den allermeisten Fällen, wir arbeiten dran.
Jedenfalls, da hat das funktioniert. Und Kondesseur Samuel hat ein Beispiel eingeworfen, nämlich Overwatch. Das ist ja so ein Multiplayer-Ego-Shooter.
Da spielen zwei Teams mit sechs Leuten gegeneinander. Und da gibt es so ein sogenanntes On-Fire-System.

[34:25] Und das funktioniert quasi so, dass man für bestimmte Aktionen, die man im Spiel macht, solche Feuerpunkte sammelt.
Und wenn man eine bestimmte Schwelle erreicht hat, dann ist man eben on fire.
Und das bedeutet und ist eben das Signal vom Spiel, okay, du machst hier was richtig, ja?
Du trägst zum Spielfortschritt bei auf die eine oder andere Weise.
Und da könnte man quasi sagen, okay, hier bedeutet on fire eben auch noch mal so ein Symbol für Macht und für Fähigkeit.
Also, hier geht's nicht nur drum, Du richtest hier Schaden gegen das andere Team an. Das kann auch sein.
Man hat ja Aufgaben zu erfüllen im Spiel, dass man dazu beiträgt.
Und hier haben wir, find ich, noch mal so diesen Aspekt von On Fire bedeutet eben auch oder kann eben auch bedeuten, hey, ich hab Macht, ich hab Fähigkeit.

Nicolas:
[35:16] Ja dieses on fire das ist ja häufig sagen wir mal damit wird ein zustand bezeichnet wenn jemand in so eine gewisse form von flow zustand vielleicht doch ist wenn, wenn ein kleiner erfolg zum nächsten führt und sich die aufkommunieren und man dann gesagt okay der ist wirklich on fire und damit ist ja auch so eine charakteristik des feuers eben angesprochen nämlich das eines zum anderen führt, Die eine Flamme führt zur nächsten.
Es breitet sich aus, äh, bisschen zu einem so exponentiellen Wachstum.
Und das quasi, das kann auf symbolischer Ebene ja auch vielleicht eben der Spielerfolg

Evil WIthin 2. Wenn sich Selbstvorwürfe einbrennen und manifestieren


[35:53] der Multiplayer-Shooter sein. Ein Erfolg führt zum nächsten.
Es scheint einem alles zu gelingen, man ist eben on fire.

Jessica:
[36:01] True. Ja, fand ich ein sehr schönes Beispiel.
Danke, Samuel, fürs Einbringen dessen. Ja, das zweite Spiel, bzw.
Dritte Spiel jetzt, das ich hier noch unbedingt einbringen möchte, ist das, was ich vorhin schon angeteasert hab, die Evil Within 2.
Das ist ein storylastiges Actionspiel, könnte man sagen.
Und wir steuern sowohl im ersten als auch im zweiten Teil einen Polizisten namens Sebastian.
Und der zweite Teil startet damit, dass er zu einem Hausbrand kommt, also sein eigenes Haus brennt.
Und er muss davon ausgehen, dass seine Tochter, die sich zu dem Zeitpunkt eben im Gebäude befand, dass sie dabei ums Leben gekommen ist. Und ...

[36:47] Er geht in dieses Haus rein. Er hat erhofft, dass er Lily irgendwie doch noch am Leben findet.
Wir müssen uns da dann eben durch stürzende, brennende Balken und so weiter durchkämpfen, bis wir dann in die obere Etage kommen, wo wir Lily dann eben auch tatsächlich treffen, die es sehr nett zu ihm ist und dann also ihm um den Hals fällt und plötzlich geht sie in Schlamm auf und macht ihm Vorwürfe, dass er sie hat sterben lassen.
Und in dem Moment ist natürlich klar, okay, es ist ein Traum, es ist nicht die Realität, die da passiert.
Er wacht auch im nächsten Moment auf in einer Kneipe.
Also er hat auch ein Alkoholproblem entwickelt, nach dem ersten Teil, den ich jetzt nicht weiter spoilern möchte an der Stelle. Jedenfalls.

[37:33] Es ist eher in dieser Situation, meine Tochter ist tot und ich hab das zu verantworten, ich war nicht für sie da, ich konnte sie nicht retten.
Und das hat ihn quasi da in diesen Alkoholmissbrauch geführt.
Und die Story ist relativ komplex. Ich spoiler die jetzt nicht weiter, so gut es geht.
Jedenfalls ist es so, dass wir in der Mitte des Spiels, Also man muss wissen, dieser Hauptteil des Spiels spielt in einer anderen Welt, könnte man sagen.
Also gibt's so eine Organisation, die so eine Parallelwelt quasi schafft, so eine Gedankenwelt, Traumwelt.
Ja, es ist schwierig zu sagen, was das genau ist jedenfalls, in die wir da eintauchen, die eben so aussieht wie die normale Welt auch, in der wir uns bewegen können und so.

[38:24] Und da ist er im Spiel an einer Stelle und ist in einem Raum Und die Wände fangen an, dass da so eine Flammenschrift auftaucht und sich da so Sätze so richtig einbrennen, wie »You are a failure.
Your daughter is lost because of you.« und so weiter.
Also ganz viele Selbstvorwürfe, die da plötzlich auftauchen, die sich so einbrennen quasi, wie man vielleicht auch sagen würde.
Das hat sich irgendwie so in die Seele eingebrannt. Und ein Stück später trifft er noch auf so einen Feuermann, der ihm dann so die Kehle zuschnürt.
Da könnte man jetzt zum Beispiel sagen, okay, das ist vielleicht auch eine Art von, ja, in einer Person manifestierten Selbstvorwürfen, die dann quasi so die Gestalt von dieser Feuerfigur annehmen und ihm die Kehle zuschnüren.
Und eine letzte Szene will ich noch aus diesem Spiel schildern, weil ich das einfach wirklich beeindruckend finde, wie sich das durchzieht durch dieses ganze Spiel.

[39:25] Da gibt es noch eine Szene, da läuft Lili auch wieder in einer Art Vision oder Traum so auf ihn zu, macht ihm wieder Vorwürfe und.
Während sie läuft, brennen sich quasi die Fußspuren in den Teppichboden ein, über den sie da so läuft.
Und auch da hatte ich so das Gefühl, so mit jedem Schritt brennt sich das irgendwie auch tiefer so in Sebastians Seele, dieses, ich habe meine Tochter im Stich gelassen, meine Tochter, ich konnte sie nicht retten.
Das fand ich sehr, sehr beeindruckend, wie stark diese Szenen wirken.
Und ich glaube, das hat eben sehr, sehr viel damit zu tun, dass hier mit diesem Feuersymbol argumentiert wurde, beziehungsweise das genutzt wurde, um das zu zeigen.

Nicolas:
[40:13] Es liegt nahe, dass hier dieser Charakter irgendwie also eine traumatische Geschichte letztendlich hat.
Und Traumen sind ja letztendlich Verletzungen der Seele, ne?
Und die sind, sagen wir mal, nicht immer ganz offensichtlich, was diese Verletzung hervorgerufen hat, wenn sie einem begegnen, aber man sieht die Spuren dieser Verletzung quasi, wie sie sich in die Seele eingraben.
Und das ist auch wieder, sagen wir mal, nah an der Natur des Feuers.
Ein Feuer hinterlässt Spuren.
Es hinterlässt Spuren, es verschwindet nicht im Nichts, sondern es lässt etwas zurück.
Es lässt verbrannte Erde zurück oder verbrannte Haut.
Genau und nur quasi an den Spuren kann man schon darauf schließen, dass dort ein schlimmes, eine schlimme Zerstörung vielleicht stattgefunden hat, die zu einer Verletzung der Seele in dem Fall geführt hat, die wieder dann aktualisiert wird, wenn dann diese Feuerbilder heraufbeschworen werden und damit zurückerinnert wird an das eigentliche Trauma, die Zerstörung des Lebens der Tochter.

Jessica:
[41:21] Ja, das ist so schön zusammengefasst. Also fand ich sehr, sehr eindrücklich.
Uns wird das Spiel auch nochmal an einer anderen Stelle heute begegnen, weil die noch mehr mit Feuer gemacht haben.

[41:35] Aber das fand ich so ein wirklich einschneidendes Beispiel dafür, wie eben auch emotional wirklich eine Story rüberkommen kann und die Message noch mal viel, viel stärker ist durch diese Flammen, als es jetzt einfach so gewesen wäre, wenn er da irgendwie durchläuft und sagt sich irgendwelche Sätze, ich bin schuld, ich hab alles falsch gemacht und so.
Ja, kann man auch irgendwie so rahmen, dass das irgendwie cool ist, aber längst nicht so, wie wenn man eben dieses visuelle Element da noch mit reinnimmt und eben diesen ganzen Bedeutungsspielraum damit nochmal aufmacht.
Also auch das ist ja die Idee von einem Symbol, das stößt quasi was in uns an und das klingt dann in uns weiter und jeder wird ein bisschen andere Assoziationen dazu haben, wird ein bisschen andere Bilder vor sich sehen, vor dem inneren Auge und so

Feuer als Symbol für Neuanfang: Der Phönix aus der Asche


[42:35] kann man quasi auch das eigene noch mal mit reinlegen und in sich klingen lassen, als wenn das jetzt irgendwie nur ein Text wäre oder eine Textbox und wir das so auf die intellektuelle Ebene heben würden. Das wäre sehr, sehr viel schwieriger.

[42:53] Ja, lass uns weitergehen. Wir haben noch ein paar Deutungsmöglichkeiten für das Feuer vor uns.
Eine weitere, die ich ganz spannend fand, war das Feuer als Symbol für Neuanfang.
Das ist vielleicht schon ein bisschen weniger intuitiv als irgendwie das Feuer, das irgendwelche Dinge zerstört.
Da ist natürlich das Bild, das vielleicht als erstes kommt, der Phönix aus der Asche.
Also dieser Vogel, es gibt ja diesen Mythos, dass der quasi verbrennt und aus der verbrannten Asche dann wieder aufersteht und in so einen Kreislauf kommen kann.
Also das Feuer verzehrt etwas, aber es bleibt auch was zurück, aus dem wieder was Fruchtbares entstehen kann, aus dem neues Leben wiederkommen kann.
Also diese ganze Symbolik von Wiedergeburt, die wir natürlich auch in anderen Symbolen finden, in irgendwelchen Eiern und so weiter, aber eben auch in diesem Phönix, der aus der Asche ersteht.
Und das finde ich eben so schön, weil wir erst dieses Zerstörerische des Feuers haben und das aber in irgendeiner Form ja den Grund für was Neues schafft.

Nicolas:
[44:12] Ja, so ein Allgemeinplatz ist ja der irgendwie, okay, wenn etwas Neues entstehen soll, muss das Alte erstmal weichen.
Und das macht diesen ersten Schritt der Zerstörung quasi in gewisser Form notwendig.
Und das Feuer tritt dann als der große Gleichmacher auf.
Es wird alles wieder auf Null gesetzt letztendlich durch das Feuer.
Und dann entsteht der raum es steht eine lücke die eben gefüllt werden kann die quasi fast darauf hindrängt gefüllt zu werden mit etwas neuen und damit ist quasi der neu anfangen dann im feuer letztendlich auch schon angelegt.
Neuanfang kann natürlich auch.
Ja letztendlich eine. mit dem mit dem Leben als im im Gegenüberstellung zum Tod der Phönix der jetzt lebendig wird aus der Asche verstanden werden und das knüpft an ja auch an Eigenschaften die die Menschheit mit dem Feuer assoziiert, die eben etwas etwas lebenspendendes letztendlich auch beinhalten also und das ist das das das das glaube ich das was das was faszinierend ist an dem feuer das das nebeneinander von einerseits.

Hitman 2: Eine Pervertierung des Phönix-Mythos


[45:27] Potenzial zum nutzen der menschheit und andererseits potenzial für die zerstörung der menschheit dass die so dicht beieinander liegen und in diesem symbol des neuanfangs eigentlich nirgendwo liegt es dichter beieinander Ja, Leben und Tod und Zerstörung und Wiederauferstehung, ja.

Jessica:
[45:46] Ja, mit Leben und Tod sprichst du auch schon ein Beispiel fast schon an oder baust dahin, dass der ganz gut passt.
Dass mir, glaub ich, ich hab vor einigen Jahren damals noch auf Twitter, als man noch gut auf Twitter sein konnte, als das dort schön war, hatte ich mal gefragt eben nach Beispielen, nach Game-Beispielen, die den Menschen einfallen zu Feuer, weil ich da einen Artikel für Language at Play geschrieben habe, beziehungsweise eigentlich einen Dreiteiler.
Also an dieser Stelle auch ein ganz herzlicher Gruß noch an den Pascal an der Stelle und das Team.
Vielen Dank für diese Möglichkeit.
Wir werden die Artikel natürlich in den Show Notes verlinken.
Da könnt ihr vieles von dem, was wir jetzt besprechen, auch noch mal nachlesen. Jedenfalls, Ein Beispiel, das da auf Twitter genannt wurde, war Hitman 2.
Da gibt es nämlich eine Mission, die heißt The Ark Society Mission.
Und in Hitman geht's ja darum, dass man quasi als Agent Menschen aus dem Weg räumt, auf die eine oder andere Weise.
Und Hitman wird sehr dafür gefeiert, dass es sehr viele verschiedene Möglichkeiten meistens gibt, wie man das tut.
Es gibt nicht nur den einen Weg, sondern ich kann da, wenn ich will, sehr viel Aufmerksamkeit erzeugen und versuchen, mir irgendwie den Weg frei zu kämpfen, aber ich kann eben auch auf ganz viele verschiedene Stealth-Wege.

[47:10] Versuchen, meine Opfer aus dem Weg zu räumen.
Ja, ich kann irgendwelche Verkleidungen nutzen, um in irgendwelche Bereiche zu kommen, ich kann irgendwelches Gift einsetzen, ich kann ja auf ganz viele verschiedene Weisen handeln und eine Art davon ist die, die in der Ark-Society-Mission so, als beste Lösung oder als naheliegendste Lösung.

[47:33] Gezeigt wird, die man da durchführen kann. Und diese Arc Society, die hat so ein Treffen quasi, sind wir im ganz großen Außenbereich mit einem großen Anwesen, auf der irgendeine Party stattfindet und da soll so eine Phönix-aus-der-Asche-Zeremonie quasi stattfinden.
Und.

[47:53] Da steigt eine junge Frau so in einen Käfig hinein, der dann eben in Flammen aufgeht und Danach soll sie wieder unversehrt heraustreten und die Idee ist eben, natürlich bleibt sie währenddessen da nicht stehen, sondern es gibt eine Tür in diesem Käfig, aus der sie dann eben den Käfig verlassen kann, in dem Moment, in dem der anfängt zu brennen, kann sie rausgehen, danach wieder rein.
Und die NPCs sagen solche Sachen wie, ah, a stirring ode to rebirth and Enduring Spirit of Mankind.
Ja, so eine Ode an die Wiedergeburt und den überdauernden Spirit quasi der Menschheit.
Also das wird auch wirklich so als Wiedergeburtsthing gerahmt.
Und die Frau ist jetzt eben das Ziel unseres Agenten.
Und das Naheliegendste ist natürlich dann einfach diese Ausstiegstür zu manipulieren, dass sie dann halt da nicht rauskommt, wie geplant.
Und das finde ich ein spannendes Beispiel, weil eben diese Neugeburts- oder Wandlungssymbolik.

[48:55] Wie man auch sagen könnte, ja Feuer wandelt ja auch was, also Holz irgendwie in danach habe ich Holzkohle, da hat sich das Ding verwandelt, nämlich was anderes als davor.
Und hier wird quasi diese diesem neugeburts phönix ding das wird pervertiert und genau ins gegenteil verkehrt also aus dem wiedergeburts ding wird eben eine todesfalle wo dann eben keine neugeburt am ende steht.

Nicolas:
[49:27] Das liest sich ja fast wie so eine Art Dekonstruktion, ein bisschen zynische oder aber eben auch ein kritischer Kommentar, denn es ist ja die Frage, erlaubt muss, um damit etwas Neues entstehen kann, muss das alte immer aus dem Weg geräumt werden auch, eine Perspektive, die, soweit ich weiß, in der Coaching-Psychologie teilweise, Anwendung findet, ist die, dass man, wenn man was verändern will in seinem Leben oder so, nicht versuchen sollte das kind mit dem bade auszuschütten und direkt alles wegschmeißen was man hat auch an an inneren und äußeren errungenschaften sondern schrittweise überprüfen soll was brauche ich was bin ich und so weiter was bin ich wirklich was brauche ich wirklich und nicht alles direkt verwerfen soll und letztendlich Ja, letztendlich kann es also sein, dass aus diesem Zweischritt der Zerstörung und der Wiedergeburt manchmal auf die Zerstörung einfach nichts mehr folgt.
Ja, und in dem Falle eine Hoffnung, womit wir wieder vielleicht auf einem anderen Symbolbereich wären, womit eine Hoffnung erlischt, ja, da ist es wieder das Wort, eine Hoffnung erlischt, darauf, dass aus der Asche dann etwas Neues entsteht.

The Witcher 3: Der unsterbliche Olgierd von Everec


[50:43] Deswegen, ja, fraglich, ob aus der Asche dann jedes Mal ein Phönix erstehen kann.

Jessica:
[50:57] Also es ist kein Versprechen, dass das immer passiert.
Ein zweites Beispiel, das ich mitgebracht habe, ist The Witcher 3.
Noch mal vorhin schon angedeutet.
Wir werden noch mal über Triss und Geralt sprechen, aber an dieser Stelle ein anderes Beispiel.
Nämlich uns begegnet an einer Stelle Olgiert von Everec.
Das ist ein Typ, wenn wir den zum ersten Mal begegnen.
Wir kommen dazu in einem brennenden Herrenhaus hin und der Gute kommt aus dem brennenden Haus direkt aus den Flammen raus, völlig unversehrt, sagt, hi, man kommt ins Gespräch, es kommt zum Kampf.

[51:37] Er verliert während des Kampfes seinen Kopf, hebt ihn wieder auf, sagt, passiert mir nicht so oft, dass ich den Kopf verliere, setzt ihn wieder auf und es geht quasi weiter.
Und das passiert alles mit diesen Flammen im Hintergrund, die dann noch zu sehen sind.
Und Olgiat erzählt, dass diese Unsterblichkeit, die er da hat, dass das Resultat ist eines Wunsches, den er nicht ganz durchdacht hat, bevor er den geäußert hat. Und...

[52:08] Das fand ich ganz spannend, also überhaupt, wir haben das relativ selten, dass wir mit Gegnern zu tun haben, die eben wirklich nicht zu besiegen sind.
Ja, kommt ab und an mal vor, aber es ist jetzt irgendwie nicht der Standard.
Vor allem nicht so, dass man danach dann irgendwie wieder ins Gespräch kommt und der einem was erzählt und das irgendwie so eine ... Also, war eine ganz seltsame Atmosphäre da irgendwie.
Ja, da hinten brennt irgendwie das Haus, das Haus brennt auch nicht ab.
Klar, können wir wieder sagen, okay, es ist vom Game Design nicht so ganz leicht umzusetzen, dass dieses Haus während des Gesprächs wirklich dann auseinanderfällt und dann nichts mehr übrig ist.
Es kann sein, dass es einfach dieser Tatsache geschuldet ist, dass dieses Haus da nicht verzehrt wird im Hintergrund.
Aber ich dachte, es passt eigentlich auch wieder so, wie Olgiert nicht sterben kann, wie dem das Feuer nichts anhaben kann, kann irgendwie auch dieses diesem Herrenhaus dieses Feuer nichts anhaben.
Das ist kein richtiger Neuanfang bei ihm, aber ich fand es trotzdem noch mal so ein ein spannendes Beispiel von ich hab mir was anderes gewünscht und es ist jetzt was passiert das nicht so gelaufen ist wie ich das eigentlich wollte und jetzt bin ich in einer neuen Situation mit der ich jetzt umgehen muss.

Nicolas:
[53:29] Du hast es so erzählt, so ein bisschen wie so überrascht, beziehungsweise, dass es nicht zu erwarten gewesen wäre, dass das Herrenhaus einfach weiter brennt.
Und ich finde, da ist auf eine interessante Charakteristik einerseits des Feuers verwiesen, aber auch unserer Psyche letztendlich, weil Feuer in der Regel hat eine, sagen wir mal, begrenzte Lebensdauer.
Es neigt dazu, dann doch irgendwann auszugehen, wenn es keine Nahrung mehr findet.
Und ähnlich sieht es eigentlich auch mit unseren Gefühlen aus.
Es ist sehr schwer dasselbe gefühl oder dieselbe wut zum beispiel oder dieselbe angst oder weiter über einen sehr langen zeitraum in derselben intensität aufrechtzuerhalten.
Die erfahrung zeigt und das studium der emotionalen natur des menschen zeigt dass irgendwann diese emotionen auch nachlässt und schwächer wird dass es nicht gelingt die in derselben intensität so wie ein ewig während des feuer aufrechtzuerhalten.
Und wenn es dann doch passiert, dann ist es eben ein bemerkenswertes und überraschendes Ereignis, so wie es dieses Herrenhaus vielleicht in Witcher 3 dort war, das auch scheinbar nicht aufhört zu brennen.
Ein Hinweis darauf, dass es mit etwas Übernatürlichem zu tun haben, weil die Natur eigentlich, sagen wir mal, die ist, dass dem Feuer eine Vergänglichkeit innewohnt.

Jessica:
[54:55] Das gefällt mir sehr gut. Ganz kleiner Exkurs, zwei Sätze, weil ich das immer wieder spannend finde, auch im Rahmen, du hast schon angesprochen, auch bei anderen Emotionen ist das ja so, dass die nicht ewig aufrechterhalten werden und gerade in der verhaltenstherapeutischen Therapie von, Angsterkrankungen ist das ein ganz, ganz wichtiger Schritt, wenn Menschen irgendwie Höhenangst haben oder was auch immer, meiden sie normalerweise diese Situation, weil so eine Fantasie unbewusst vielleicht da ist, diese Angst wird sich ins Unendliche steigern, die wird niemals nachlassen.
Und da eben ein ganz wichtiger Schritt ist, zu erklären, hey, der Körper kann diese Angstreaktion auch gar nicht so lange aufrechterhalten.
Wenn du lang genug drin bleibst, wird diese Angst nachlassen, ganz automatisch, weil das gar nicht anders sein kann.

Feuerproben in Hellblade: Senua's Sacrifice


[55:40] Und das ist quasi so der Ansatz der Verhaltenstherapie, jetzt vereinfacht gesagt, da dran zu gehen und eben genau das auszunutzen, dass Gefühle nicht ewig, ja, also diese Gefühlszustände, in denen wir sind, nicht ewig anhalten können.

[55:56] Aber das nur als Nebenschauplatz. Ein letztes Beispiel möchte ich hier auch noch ganz kurz anschneiden, weil ein Spiel, das sehr, sehr viel mit Feuer macht, ist natürlich Hellblade Senua's, Wir spielen da eine epiktische Kriegerin, die in die Unterwelt geht, um ihren ja verstorbenen Geliebten zurückzuholen.
Und Senua geht an vielen Stellen durch Feuer, sehr viel der Spielwelt brennt.
Ich hab vorhin schon gesagt, es gibt auch diesen einen Feuergott, den man bekämpfen muss, den Zurt.
Und an einer anderen Stelle ist sie auch in einer Art Vision vielleicht.
Man weiß es ja Komplett bei diesen Spielen nicht so ganz genau, weil wir nur diese Perspektive von Senua haben und nicht wissen, also wahrscheinlich hat sie eine psychische Erkrankung, eine Art von Psychose wahrscheinlich.

[56:46] Wir wissen nicht, was Realität ist und was sie vielleicht in diesen Halluzinationen wahrnimmt.
Jedenfalls taucht da ein Krieger auf.
Ein Verstorbener und der sagt zu Senua, du sagst, dass deine Welt zusammengebrochen ist.
Gut, lass sie zusammenbrechen und sei so mutig zu weinen und dann tilge sie aus deinem Gedächtnis.
Nur dann, als Neugeborener, wirst du die Welt mit anderen Augen sehen.
Und während er das sagt, während dieser Szene brennt quasi alles rund um Senua, sie ist da mal wieder, Es gibt einige Stellen im Spiel, in denen sehr, sehr viel um sie herum brennt und sie immer kurz vor knapp irgendwie noch entfliehen kann, wenn man sie gut genug steuert.
Jedenfalls da ist dann eben diese Szene, die auch sehr emotional wirkt, eben genau darum, dass irgendwie die Welt in Flammen steht.
Und er das ja nicht ganz wörtlich, ich weiß gar nicht mehr, wie es im Englischen ist, ähm, ausdrückt.
Man könnte vielleicht auch sagen, du sagst, deine Welt steht in Flammen, hier sagt er, die ist zusammengebrochen, sei mutig zu weinen und dann geh quasi weiter und dann nach der Szene sind wir

Feuer als Symbol der Reinigung und Heiligkeit


[57:57] eben aus diesen Flammen wieder draußen und auch das hat für mich so einen ganz starken Neuanfangsmoment gehabt, war auch was sehr Emotionales und sehr, ja, was sich ins Gedächtnis einbrennen kann, diese Szene.

Nicolas:
[58:11] Ich finde, sagen wir mal, semantisch in der Nähe zu diesem Neuanfang könnte man auch also diesen ganzen Themenbereich der Reinigung, der reinigenden Wirkung des Feuers sehen.

[58:22] Wenn man etwas komplett säubert von Dreck oder so, sagt man hinterher ja auch, oh, ist wie neu.
Vielleicht so ne und wenn wir das jetzt ganze also ja auch auf eine psychologische ebene auf der symbolische ebene heben dieses zurücklassen dieses ablegen abstreifen von dingen die einen vielleicht geplagt haben durch das feuer gehen und dann gereinigt als etwas neues quasi daraus hervorgehen, Darin ist auch wieder, dahinter steckt ja die Idee, dass das Feuer gegebenenfalls auch selektiv arbeiten kann, dass es manche Dinge scheinbar unbeschadet stehen lässt und andere Dinge gezielt zerstört.
Das ist ja auch so eine Art ursprüngliche Beobachtung, die der Mensch gemacht hat im Umgang mit dem Feuer, dass es nicht alle Dinge gleichermaßen angreift und zerstört.
Eine Pflanze wird gegebenenfalls dem Feuer anders oder schneller zum Opfer fallen als ein Stein oder so, ne?
Und wenn man diese Idee weiter spinnt, dann wächst daraus dieser Gedanke,

The Witcher 3: Verbrennung der 'Anderlinge' durch Tempelwache des ewigen Feuers


[59:31] dass vielleicht auch böses Selektiv vom Feuer entfernt werden kann und nur Gutes vielleicht am Ende stehen bleibt im Sinne eines Reinigungsvorgangs und damit man dann wie neu geboren aus der Flammenreinigung am Ende hervortritt.

Jessica:
[59:51] Da greifst du schon vorweg fast auf einen Punkt, den ich auch noch mit dir besprechen wollte, nämlich das Feuer als Symbol für Heiligkeit.
Denn auch in dem Kontext, so hast du es gerade schon, dieses Reinigen der, ja, kann man natürlich auch fantasieren, ja, das Fegefeuer und so weiter, das ja so im katholisch-christlichen, würde ich mal sagen, Kontext so diese Idee hat, Wir müssen irgendwie nach unserem irdischen Leben erstmal von der Schuld irgendwie befreit werden von all diesen Sachen und dann bleibt, also herausgebrannt alles, was da nicht hingehört, irgendwie wie in so einem Schmelzofen, wo man das Gestein reinwirft und das dann von den, dadurch dann von den Metallen trennt, die wir schlussendlich haben wollen.
Also das Wertvolle kommt irgendwie am Ende raus und davor muss aber alles andere irgendwie weg sein und da können wir das irgendwie gezielt auch einsetzen.
Und da ist mir auch noch mal was aus Witcher 3 eingefallen, oder es hat, glaube ich, jemand auf Twitter genannt.
Jedenfalls danke an der Stelle noch mal an alle, die da was mitgemacht haben.

[1:01:05] Da ist es so in Witcher 3, dass wir einmal an eine Szene kommen, wo Anderlinge, also nicht-menschliche, BewohnerInnen in dieser Welt auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, also ganz stark an die Hexenverfolgung angelehnt.
Also hier leider ein negatives Beispiel für wir müssen irgendwas reinigen.
Und zuständig für diese Verbrennungen ist eine Gruppierung, die sich Tempelwache des ewigen Feuers nennt.
Wir haben einmal das Verbrennen und dann eben dieses ewige Feuer, wo schon dieses Heilige irgendwie anklingt.
Und die verstehen die Verbrennung quasi als Säuberung und Reinigung der Bevölkerung.
Also es darf quasi nur ein bestimmter Teil übrig bleiben und alle, die da nicht dazugehören, die sind wertlos, die müssen herausgeschmolzen werden.
Und die nennen diese Flammen auch das heilige Feuer, das erleuchtet und läutert, sagen, no evil can survive the holy fire, the holy fire enlightens, burns and cleanses.
Also es brennt und es erleuchtet und es reinigt, nichts Böses kann diesem heiligen Feuer widerstehen.
Und auch das ist irgendwie wieder so eine Pervertierung eigentlich von was, ja, was kann reinigen, das kann gut sein, aber in dem Fall eben hier werden Leben unschuldige Leben.

Nicolas:
[1:02:33] Vernichtert also im falle sagen wir solche inquisitorischen handlungen wenn wir also wenn wir uns das anschauen letztendlich sind das handlungen der der ermächtigung über andere also man ermächtigt sich über andere hinweg zu richten so wie es vielleicht in diesem sagen wir mal religiösen kontext bleiben wie es eigentlich vielleicht nur einem einem gott zustehen würde und das feuer ist das mittel des der ermächtigung über die anderen so wie es auch mal kulturhistorisch ja auch das mittel der menschen war sich über ihre natur über die natur zu erheben die natur nach ihrem willen zu formen durch rodung und so weiter das heißt es ist ein bedienen sich eines mittels um sich über andere, über die Natur zu erheben und das kann natürlich, sagen wir mal so, im religiösen Kontext auch verstanden werden, als ein sich hinauf schwingen in den Bereich des göttlichen, das göttliche steht ja über der Natur.
Und darin liegt aber die Gefahr auch einer Anmaßung, natürlich, ne?
Die Anmaßung sich göttliche Macht, und in dem Fall der Inquisition, sich das Recht herauszunehmen, zu richten über andere und diese zu verbrennen.

[1:03:57] Und nicht umsonst ist es, sagen wir mal, die Anmaßung des Icarus, der sich auch hinaufschwingt in göttliche Sphären und dem dann am Ende das Feuer der Sonne letztendlich den Prozess macht und ihn wieder zurück in erdische Sphären zurückversetzt.
Also das Feuer einerseits als Mittel zum hinaufschwingen, aber andererseits auch als göttliche Strafe letztendlich, das einen wieder erdet.
Sehr also man sieht sehr religiös also religiös einiges an symbolischen dingen hier.

Jessica:
[1:04:38] Finde ich ein sehr schönes beispiel da haben wir ja vorhin noch gar nicht so drüber gesprochen aber selbstverständlich finden wir diese symbole natürlich über die menschheitsgeschichte hinweg in allen möglichen erzählungen in mythen in geschichten aus den religionen und so weiter also, das eben auch wieder was zu diesen symbole zeichnen sich dadurch aus dass eben wirklich so weltumfassend sind und über Tausende von Jahren sich in verschiedenen.

[1:05:07] Geschichten und Mythen eben wiederfinden und ganz unterschiedlich natürlich auch gedeutet werden.
Also zum Beispiel natürlich auch, wenn wir jetzt beim Feuerbleiben haben wir im jüdisch-christlichen Kontext auch natürlich so den brennenden Dornbusch zum als so eine der ersten Erscheinungen des Feuers, wo Gott quasi zu den Menschen durch einen brennenden Dornbusch, der aber eben auch nicht verzehrt wird in diesem Moment, spricht.

The Evil Within 2: 'Father' Theodores flammender Auftritt


[1:05:38] Oder im Hinduismus haben wir Agni als Feuerform des Göttlichen.
Also auch da ist natürlich das ein ganz, ganz wichtiges Element, um eine Heiligkeit und eine Übermenschlichkeit auszudrücken.
Und nochmal, ich hatte das schon angeteasert, The Evil Within wird uns nochmal begegnen hier, das ist die Stelle, auf die ich hinaus wollte.
Denn es gibt da einen seltsam anmutenden Typen, dem wir im Verlauf der Geschichte begegnen, der sich selber Father Theodor nennt. Also.

[1:06:14] Ein Vater, eine Vaterfigur, eine, ja, religiös, also da kommt schon was Religiöses rüber und der erwartet uns so in einem sakral anmutenden Raum, ja, so ein großer Raum, der schon irgendwie sowas, okay, hier wird irgendwas Religiöses zelebriert, das wird sehr schnell klar.
Und die Kamera schwenkt dann so von ihm so nach oben und da ist so ein kreuzartiges Symbol.
Also ist natürlich das religiöse sehr stark hier auch angedeutet an der Stelle und das geht plötzlich in Flammen auf, was natürlich schon mal einen sehr heißen Auftritt irgendwie hinlegt.
Und dann durch dieses Feuer quasi sehr, sehr eindrücklich in Szene gesetzt hat Theodore eine Achtung, jetzt komme ich auch flammend der Rede, mit der er den Sebastian umstimmen will, ihm zu folgen, also in dem, was Theodore quasi plant.
Und das fand ich auch sehr eindrücklich gemacht.
Und wenn ich mir vorstelle, dieselbe Szene ohne das Feuer, die wäre ziemlich langweilig gewesen, aber durch dieses Brennen im Hintergrund, da ist gleich eine Atmosphäre gesetzt, da ist gleich noch mehr Immersion da, da ist, ja, man ist viel mehr dabei, es fesselt die Aufmerksamkeit, das sieht cool aus und es kommt was ganz anderes rüber.

Nicolas:
[1:07:41] Ja, also ich habe auch immer mehr den Eindruck, je mehr wir darüber reden, Feuer als Symbol für Heiligkeit und so weiter, dass also auch dort wieder auf, ja, ein bisschen auf die dualistische Natur des Feuers Bezug genommen wird.
Feuer ist ja auch eine Lichtquelle und Licht ist notwendig, dafür eben das Schatten entsteht und eben genau diese Dualität aus Licht und Schatten findet sich ja eben auch dann in vielen Religionen wieder mit dem Gott

Feuer als Schutz-Symbol: Survival-Games und Dark Souls-Reihe


[1:08:12] und dem Teufel und so weiter.
Und letztendlich ist das Feuer notwendig, um diese Dualität überhaupt erst zu erzeugen.
Das Feuer, das Licht spendet, welches automatisch den Schatten ruft.

Jessica:
[1:08:30] Finde ich auch sehr schön und leitet auch fast schon wieder zu dem vorletzten Punkt ein, der mir in der Auseinandersetzung mit diesem Symbol einfiel, nämlich das Feuer eben genau im Kontext von Schutz.
Natürlich in super vielen Survival Games auf ganz unterschiedliche Art, wenn ich an sowas wie The Long Dark denke, zum Beispiel das in der kanadischen Wildnis im Winter spielt.
Da ist das Feuer eine ganz wichtige Quelle sowohl für Wärme als auch zur Nahrungszubereitung.

[1:09:06] Als auch für Licht natürlich, aber eben auch, um Wildtiere fernzuhalten.
Also Wölfe zum Beispiel kommen dann eben nicht näher, die können uns nicht angreifen, wenn wir an unserem Lagerfeuer sitzen.
Und das ist nochmal, also wenn man an so was wie Dark Souls denkt, wo auch das Feuer natürlich ein ganz wichtiges Symbol ist.
Und wir wissen, okay, wenn wir hier schon Feuer in der Ferne sehen, dann haben wir einen sicheren Hafen erreicht.
Da können wir unsere Tränke wieder auffüllen, da können wir unsere Gesundheit regenerieren.
Da haben wir es endlich geschafft, an eine sichere Stelle zu kommen.
Also ich glaube nicht, dass das Lagerfeuer da so ganz umsonst gewählt worden ist.
Ich spiele gerade Lies of Pea, das ist auch ein Souls-like und da sind es solche Stargazer, also solche, ja, Art Sternen… Wie heißt das, Teleskope?
Und die sind schon ganz hübsch und so und da fliegen so kleine blaue Schmetterlinge drumherum, das macht irgendwie was anderes, also so ein Feuer, das hat nochmal eine andere Symbolik, ja Stargazer, irgendwie hübsch und schön, aber das Feuer, das, ja das vermittelt irgendwie gleich eine ganz andere Message.

Nicolas:
[1:10:22] Im Falle von Dark Souls ist es ja sogar nicht nur so, dass wir dort unsere Heiltränke auffüllen können, sondern dass wir die Lagerfeuer, die Bonfires auch nutzen können, um unsere Menschlichkeit wieder herzustellen, die wir möglicherweise verloren haben auf unserer Quest.
Das finde ich also auch eigentlich letztendlich ein hoch symbolisches Gameplay-Element.
Dass also wir fernab des Feuers der Kälte, in der Kälte letztendlich unsere Menschlichkeit verlieren und zum Hollow, zum, ja wie heißt es im Deutschen eigentlich, in der Dark Souls Lore, ja also letztendlich so eine leeren hülle werden und das feuer uns letztendlich unsere seele im sinne von menschlichkeit auch wieder wiedergeben kann Oh ja, sehr schön.

Jessica:
[1:11:19] Ich denke jetzt natürlich nochmal, um auf das Heiligkeitsding zurückzukommen,

Feuer als Schutz vor Rattentornados: A Plague Tale: Innocence


[1:11:22] natürlich auch irgendwie an die flammenden Zungen des heiligen Geistes.
Also da nochmal auf heilig, aber auch so irgendwie auf was Seelisches, was hier nochmal uns durch das Feuer irgendwie eingeblasen wird, sage ich mal.

[1:11:40] Ein zweites Beispiel, das ich da noch mitgebracht habe, ist A Plague Tale.
Also spielen die junge Amicia, die einen kleinen Bruder hat, der von einer Krankheit befallen ist und aus irgendwelchen Gründen ist die Welt, in der sie sich befinden, löst sich natürlich dann im Verlauf der Geschichte auf.
Wieso das so ist, auf jeden Fall ist am Anfang ist es nicht klar, wird von einer Rattenplage einhergesucht.
Am Anfang noch relativ überschaubar, später dann wirklich mit ganzen Ratten-Tornados.

[1:12:15] Wo viele auch gesagt haben, das ist zwei Schippen too much gewesen.
Sorry, da kann ich nicht mehr mitgehen.
Aber jedenfalls da ist das Spiel mechanisch so, dass wir Licht brauchen und meistens ist das eben, ja, es ist so eine mittelalterlich angehauchte Welt, ein Feuer in irgendeiner Form, entweder eine Fackel oder so eine Laterne mit einem brennenden Feuer drin, die wir brauchen, um bestimmte Areale quasi überhaupt zu passieren, weil überall diese Ratten sind und überall, wo kein Licht ist, fallen sie übereinher.
Das bedeutet eben, ja, es gibt verschiedene Spielelemente dann, wo aus irgendwelchen Gründen wir zum Beispiel nur einen Stock haben, der sehr schnell wieder ausbrennt.
Da müssen wir uns beeilen, um dann eben zum nächsten Feuer zu kommen, also von einem Lichtkegel quasi zum nächsten, um uns dann einen einen neuen Stock zu holen und so oder andere Elemente, wo wir aus anderen Gründen kein Licht haben oder das sehr schnell aufgeht, ausgeht und wir quasi dadurch immer in dieser Bedrohung sind und eben auch ganz stark dieses Licht-Schatten-Thema aufgeht.

[1:13:21] Und das können wir natürlich in dem Spiel auch als Waffe ausnutzen.
Denn Gegner ja stattwachen und solche Sachen, die hinter uns her sind.
Und wenn wir die Fackel dieser Gegner löschen oder die Laterne zerschießen, Amicia hat so eine Steinschleuder, mit der sie sehr gut umgehen kann, dann fallen die Ratten eben über die Gegner her.
Also, wenn das Licht ausgeht, kann man natürlich jetzt auch ganz weit deuten, die Lebensquelle, die Lebensenergie, wenn dieses Lebensspende-Element.

[1:13:53] Wegfällt, dann kommen die Ratten und dann ist der Tod da schlussendlich.
Also, das Spiel arbeitet eben sehr, sehr viel mit diesen Bildern, mit diesen, ja, wie gesagt, völlig over the top, diese Ratten-Tornados, die am Ende da sind und Millionen von Ratten.
Irgendwann ist das Ganze, ja, der ganze Bildschirm ist eigentlich nur noch ein waberndes Meer aus Ratten.
Und wir sind da irgendwie mit unserer kleinen Fackel oder was wir da gerade mit uns rumführen und eben den kleinen Bruder…, Ja, gehen wir da irgendwie durch und dann eben so dieses Licht und die schwarzen Ratten außenrum, also da wird eben ganz viel mit Licht, Schatten, Hell, Dunkel, Feuer, Nichtfeuer und so ganz viel bildlich gearbeitet, um so ein Gefühl von, wir sind abhängig, wir brauchen das und das ist eben so vergänglich, dieses Feuer und wenn eine Sache passiert, dann ist es vorbei, also diese Beklemmung und diese Bedrückung, die wird da ganz ganz deutlich und eben die große freude wenn man sieht oh gott hast die nächste lichtquelle okay da können wir irgendwie kurz kurz ausruhen und kurz zu atmen kommen.

Nicolas:
[1:15:05] Also der ratten tornado ist am ende immer noch ein wenig glaubwürdiger als der der heil tornado der einem in dem kultigen trashfilm sharknado dann begegnet oder.

Jessica:
[1:15:16] Ja, ja, ja, ja, ja, ja.

Nicolas:
[1:15:18] Verlangt weniger Suspension of disbelief von den Konsumenten als ein Tornado aus Haien.

Jessica:
[1:15:28] Ein schönes Konzept, auch das werden wir, wie alle anderen Konzepte, die wir hier besprechen, natürlich in den Show Notes verlinken, denn das ist natürlich auch ein ganz wichtiges Element zu verstehen, warum Spiele funktionieren, warum wir eben solche Rattentornados in solchen Spielen auch mal einfach annehmen, weil wir eben so eine Suspension of Disbelief betreiben und quasi sagen, wir schalten sehr bewusst aus dieses kritische Denken und dieses Wissen darum.
Natürlich ist das in der Realität nicht so, sondern wir sagen, das schalten wir aus und nehmen jetzt diese Realität, wie sie uns im Spiel angezeigt

Feuersymbolik im Kontext von Liebe und Erotik


[1:16:08] wird, wie sie uns erzählt wird, an und lassen uns darauf ein.
Uns ist klar, das ist ein Spiel, was da passiert.
Die Geschichte kann andere physikalische Gesetze haben und so weiter, als wir das in der Realität haben.
Ja, bleibt nur noch die Liebe zum Abschluss.
Was für ein schöner Abschluss. Wir hören mit der Liebe auf.

Nicolas:
[1:16:34] Viele symbolische Bereiche hier, aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Jessica:
[1:16:38] Oh ja, ja, sehr schön. Sehr schön.

Nicolas:
[1:16:42] Oder so schlechtes, schlechtes Korinther Zitat. Ja.

Jessica:
[1:16:47] Richtig. Ganz genau.

Nicolas:
[1:16:50] Ja, die Liebe. Also, sagen wir mal, semantisch, jetzt wirklich auch ein anderer Bereich.
Wir haben viel über durchaus Düsteres gesprochen hier.
Heute schon von Zerstörung, über Inquisition, über Schutz vor Ratten-Tornados.
Also viel Beängstigendes. Und jetzt auf einmal die Liebe. Wie passt die hier ins Bild?
Das scheint da irgendwie gar nicht zusammen zu passen.

Jessica:
[1:17:19] Das letzte was noch übrig ist, muss jetzt halt jetzt sein.
Nee, also wir haben ja ganz viele sprachliche Begriffe auch und Redewendungen, die wir nutzen, sowas wie ja die brennende Leidenschaft, wir können Feuer und Flamme für jemanden sein, manchmal wird auch von der heißen Liebe gesprochen oder die Liebe, die abkühlen kann, daneben als Kontrast dazu, wo das Feuer der Liebe ausgehen kann.
Und ja, also schon ganz viele irgendwie, hier sind wir wieder bei rot, rot, die Liebe und so weiter.
Also sowohl farblich als auch vom Sprachlichen können wir da was finden.

The Witcher 3: heiße Liebe im Leuchtturm


[1:18:00] Was uns in diese Richtung führt.
Ja, natürlich können wir auch in Richtung Erotik gehen.
Da passt auch das erste Spielbeispiel gut rein. Auch da kann man natürlich erhitzt sein, wegen solcher Dinge und noch mal ein Beispiel aus The Witcher 3.
Wenn wir uns relativ am Ende des Spiels dafür entscheiden, wir haben ja die Möglichkeit mit sowohl Triss als auch mit Yennefer eine Liebesbeziehung einzugehen und wenn wir uns für Triss entscheiden oder auch wenn wir für uns für beide entscheiden, das gibt auch sehr spannendes Ende, ohne das weiter spoilern zu wollen.
Aber wenn wir uns für Triss entscheiden, an einem Abend, wo sie eigentlich abreisen soll, da stehen sie am Hafen, und wenn Geralt da eben die Entscheidung trifft, mit Triss ein Abenteuer einzugehen, dann… sehen wir in der nächsten szene wie die in einem leuchtturm sitzen und eben nach und nach übereinander herfallen und an der stelle muss es erwähnt werden ein fallisches symbol auch der leuchtturm richtig richtig natürlich das das darf nicht fehlen danke für den für den wichtigen einschuss an dieser stelle jetzt komme ich auch mit fall Ja.

[1:19:25] Du hast, du hast das jetzt, jetzt sind wir im Bereich, wo einfach die Assoziationen fließen und dann, ja.

Nicolas:
[1:19:32] Das lange Ding mit der heißen Spitze, der Leuchtturm.

Jessica:
[1:19:37] Wo alle, alle Hüllen fallen und alle Zurückhaltung über Bord geworfen wird, so wie da beim Hafen.
Jedenfalls die beiden oben im Leuchtturm, das Feuer geht natürlich an, es ist sehr romantisch und dann wird es eben immer hitziger und diese Szene endet ziemlich witzig dahingehend, dass wir dann rauszoomen und da fährt so ein Boot vorbei mit, ein Schiff, eigentlich ein größeres, mit einigen Menschen drauf und die wundern sich, was denn da mit diesem Leuchtturm los ist, weil der irgendwie so rhythmisch anfängt immer zu leuchten und wieder aufzuhören zu.

Nicolas:
[1:20:16] Leuchten und das hat glaube ich für sehr sehr viele lacher gesorgt diese szene quasi von von einer sehr ernsten heißen begierde die die sich da um die bahn bricht dann den schwenk findet zu einem ziemlich witzigen ende man sich versucht von der sprachlichen ebene zu nähern ich weiß nicht ob sie im tatsächlichen etymologischen zusammenhang steht aber im englischen gibt es das Wort Heat, was einerseits die Hitze bezeichnet, aber im Tierreich eben auch Phasen von Läufigkeit beziehungsweise die Brunft bezeichnet.
Das heißt, dort haben wir dasselbe Wort, also diese beiden semantischen Kontexte von Hitze, Feuer und in dem Fall leidenschaftliche

Firewatch: Das womöglich heiße Finale


[1:21:07] Fortpflanzung miteinander vermählt im englischen zumindest.

Jessica:
[1:21:16] Ja, sehr sehr schönes Beispiel nochmal, das hatte ich gerade gar nicht auf dem Zettel unten.
Wir haben noch auch wieder von einem Hörer eigentlich eher aus Spaß eingebracht, aber ich habe darüber nachgedacht, ja eigentlich ist doch was dran.
Ray Vader hat eingebracht...

[1:21:37] Firewatch. Ja, ist natürlich, ja, vom Titel her, klar, dass einem das einfällt, aber auch da kann man tatsächlich zu diesem Liebeskontext eine Verbindung ziehen.
Also wir spielen da einen jungen Mann, der ja vor seinem normalen Leben, sag ich mal, flieht.

[1:21:58] Schwierige Situation, Frau schwer krank und so weiter, stark pflegebedürftig.
Und er entscheidet sich, eine Auszeit zu nehmen und in ich weiß gar nicht, ob es in den USA irgendwo ist oder in Kanada jedenfalls in einem großen Naturschutzgebiet da als Parkwächter, als Feuerwächter eine Zeit zu verbringen und eben aufzupassen, also zu prüfen, ob irgendwo irgendwas brennt und eben das Gebiet regelmäßig zu kontrollieren.
Wir sind viel da unterwegs und wir lernen gleich am ersten Tag über unsere Walkie Talkie unsere Kollegin kennen, die auf so einem anderen Posten sitzt, ein Stück weg.
Und diese Kollegin wird schnell ein Love Interest für ihn und sie haben quasi nur dieses Walkie Talkie zum Kommunizieren und das spitzt sich eben immer mehr zu im Verlauf des Spiels.
Und ja, man kann das so spielen, dass er wirklich auch ein Interesse daran hat, mit ihr vielleicht eine Beziehung einzugehen.
Und man muss wissen, man sieht sie quasi die ganze Zeit, die wir dieses Spiel spielen, sehen wir sie erst mal nicht.
Am Ende ist es so, und ich spoilere es aber nicht, keine Sorge, am Ende brennt es.

[1:23:13] Und wir müssen das Gebiet verlassen und da tut sich quasi die Chance auf, diese Frau vielleicht endlich tatsächlich zu treffen, weil er, um aus diesem Gebiet rauszukommen, zu ihrem Turm eben hin muss.
Und ob das stattfindet oder nicht, wird natürlich jetzt an dieser Stelle nicht verraten.
Und wenn ja, wie es stattfindet, jedenfalls dieses, ja, das Feuer kommt, Es verzehrt, es heizt die Stimmung auf vielleicht.
Ja, wenn man's will, kann man auch hier irgendwie noch die Liebe und das Love Interest mit reinnehmen.
Wie ihr seht schon, natürlich an manchen Stellen muss man den Zusammenhang ein bisschen an den Haaren herbeiziehen.
Also es funktioniert, wie gesagt, nicht mit jedem Feuer gleich gut in jedem Spiel.
Aber das fand ich noch mal einen witzigen Einwurf, wo ich erst mal dachte, ha, ja klar, Fire, Firewatch muss hier genannt werden.
Und dann hab ich doch gedacht, ja, stimmt, man könnte, wenn man will, könnte man auch hier noch mal, so wie sich das zuspitzt mit dem Feuer und eben auch der Beziehung zwischen den beiden, das läuft irgendwie so ein Stück weit parallel, könnte man sagen, könnte man auch da so eine Verbindung ziehen.

Nicolas:
[1:24:29] Ich meine, wenn man es banal ausbuchstabiert, den Zusammenhang zwischen Feuer und Liebe letztendlich auch, Das feuer die werbe dieses feuer spendet ermöglicht es einem einander gegenüber zu treten in größtmöglicher nacktheit ja und das wiederum hat natürlich implikationen für die liebe so ne und deswegen ist es häufig also ein set piece eben für sagen wir mal amoreuse aber auch erotische.
Ja, Events. In-Game-Events.

Jessica:
[1:25:11] Ja, da kommt ja auch die körperliche Hitze dazu, die Hitze der Situation.
Man ist natürlich auch ganz biologisch, ja, Blutdruck steigt, es wird einem warm und so weiter, kommt auch die Hitze.
Also ja, um es nochmal ganz zu intromantisieren, auch auf der Ebene könnte man das deuten, aber nein, lass uns lieber auf der symbolischen Ebene bleiben.

Abschließende Gedanken und Abmoderation


[1:25:37] Ja, das Feuer, das vielleicht was Neues, eine neue Verbindung schmiedet, das könnte man noch nehmen.
Wir brauchen es zum Schmieden, zum Verbinden von Elementen.

Nicolas:
[1:25:52] A. Gute Beobachtung. B.

Jessica:
[1:25:55] Danke. Habe ich, glaube ich, in irgendeinem Symbolbuch gelesen und fand ich aber sehr, sehr schön.
Vielleicht noch ein abschließender Satz, weil ich das vorhin gesagt habe, dass diese Symbolsachen, die im Internet stehen, oft eben irgendwie quark sind.
Also es gibt auch Bücher, die eben das versuchen nicht zu machen oder Websites.
Da können wir auch noch was in die Show Notes packen, wenn ihr euch für das Thema Symbolik interessiert, wo eben genau auf solche, wie ist es in der Mythologie, wo taucht dieses Symbol da auf, wie vielschichtig ist es eben auch da in ganz verschiedenen Kontexten dargestellt.
Da können wir auch sehr gerne noch was in die Show Notes packen, Ressourcen, von denen ich sage, wenn man die zurate zieht, ist man auf jeden Fall besser unterwegs, als bei gutefrage.de zu schauen, was die Leute schreiben oder auf, irgendwelchen zwielichtigen Seiten, irgendwelche eindimensionalen Deutungen ranzuziehen.
Denn, wie wir jetzt hier am Feuer, glaube ich, ganz gut gesehen haben, in verschiedenen Kontexten kann es eben eine ganz, ganz unterschiedliche Funktion einnehmen.
Es kann ganz unterschiedliche Gefühle bei uns auslösen, ganz unterschiedliche Gedanken und Assoziationen mitbringen und.

[1:27:15] Große Stärke, finde ich, von Symbolen und jetzt eben auch gerade vom Feuer ist eben wirklich dieses Audiovisuelle.
Wir haben ein Show, don't tell.
Wir brauchen nicht alles ausbuchstabieren, denn wir können uns darauf verlassen, dass die Bilder, die wir alle im Kopf haben zu diesen Symbolern, die bisschen unterschiedlich natürlich bei jedem sind, aber schlussendlich doch teilen wir da was.
Jung würde sagen, das liegt an dem kollektiven Unbewussten, also quasi einer Ebene, die uns alle miteinander verbindet, wo eben solche Symbole auch verortet sind und quasi aus der Tiefe aufsteigen können in das persönliche Unbewusste.
Die verbinden uns und die können wir eben auch im Game-Design-Kontext fürs Storytelling, für das Schaffen, für, das Evozieren von Emotionen bei den SpielerInnen sehr, sehr gut nutzen, wenn wir es geschickt anstellen.

Nicolas:
[1:28:15] Ich finde, das hast du sehr, sehr gut zusammengefasst. Ähm, ich denke, an dieser Stelle können wir ...
Äh, sagen, ähm, wir haben uns hier teils hitzig durch verschiedene Bedeutungsbereiche der Feuersymbolik heute ein bisschen so durchgeschmeckt.
Wir sind so ein bisschen durch den Lustgarten gewandelt. Und jetzt bin ich schon wieder, ich bin semantisch jetzt geprimed hier auf Feuer als Liebe und so weiter.
Wir sind durch den Garten gewandelt, der, sagen wir mal, des Feuers, wie es uns als Phänomen auch gegenüber tritt. Wir haben versucht, es symbolisch auszudeuten.
Und ja, es hat mir auf jeden Fall große Freude bereitet, Jessica.
Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir in Zukunft vielleicht auch noch mal andere Symbolbereiche dort in Angriff nehmen.

[1:29:11] Und wenn euch das gefallen hat, liebe Zuhörende, und ob es euch gefallen hat oder nicht, das könnt ihr nämlich uns gerne mitteilen, vielleicht können wir euch für den Gedanken erwärmen, dass ihr uns einen Kommentar hinterlasst, entweder auf unserer Webseite Oder auf unserem Discord-Server, auf den ihr alle herzlich eingeladen seid, wo ihr euch gerne auch austauschen könnt über den aktuellen Output von Behind the Screens.
Ihr seid natürlich aber auch herzlich eingeladen, uns eine positive Bewertung zu hinterlassen auf Spotify, auf iTunes und so weiter.
Das hilft uns, sichtbar zu werden und mehr von diesen Inhalten zu produzieren, die wir lieben.

[1:29:55] Ja, wer uns ganz besonders unterstützen möchte, der sei verwiesen auf unsere Steading-Kampagne.
Dort gibt es die Möglichkeit, uns für einen geringen Euro-Betrag, zu unterstützen finanziell. Das ist etwas, was bislang, sagen wir mal, noch in recht geringem Umfang passiert.
Wir arbeiten hier im Rahmen des Podcasts sehr viel unentgeltlich und wir machen das wirklich gerne, aber es ist natürlich so, Wir freuen uns über jede Unterstützung, die wir bekommen können, weil es uns eben einfach ermöglicht, auch mehr Zeit zu investieren mit dem, was uns einerseits Spaß macht, aber was wir auch gut können.
Und das ist unsere Perspektive, die Perspektive der Psychologie, eben auf Videospielthemen anzuwenden.
So, ich denke, damit wäre alles gesagt. Und ich verabschiede unsere Zuhörenden in die Kälte da draußen des Monats November.
Und vielleicht hat es dem einen oder anderen hier ein paar warme Gedanken beschert, das Thema des heutigen Tages.
Ich sage auf Wiedersehen und vielen Dank, Jessica.

Jessica:
[1:31:08] Dankeschön, tschüss.

Nicolas:
[1:31:10] Tschüss.