Weihnachten in Games

Weihnachten in Videospielen: eindrückliche Momente und Bedenken. Symbolik von Weihnachten, Spiele und gute Wünsche für die Feiertage.

2023, Behind the Screens
Behind the Screens
https://behind-the-screens.de

Die Tannenbäume sind geschmückt, die Lichterketten sind gespannt – draußen fällt der erste Schnee und drinnen duftet es nach Plätzchen. So besinnlich wie wir uns das Weihnachtsfest vorstellen, geht es in Games nur selten zu. In dieser Folge besprechen wir Weihnachten im Computerspiel: Von Schneeballschlachten über Vandalismus an Weihnachtsbäumen bis zur Lootbox mit Schleifchen. Es hat sich allerdings auch ein Grinch in unsere Reihen geschlichen!

Generated Shownotes

Chapters

0:00:00 Intro und Begrüßung am Kaminfeuer
0:01:46 Pulleralarm, Witcher und Co: Unsere Erfahrungen mit Weihnachten in Games
0:24:19 Warum sind viele Weihnachts-Games Horror-Games?
0:35:34 Spiele, in denen Weihnachten gerettet werden muss
0:41:29 Weihnachtsevents in Multiplayer-Games
0:56:43 Weihnachten als elementarer Teil der Story
1:15:12 Symbolik von Weihnachten
1:19:04 Reprise: Weihnachten als Teil der Story
1:24:10 Weihnachts-Erinnerungen des Teams rund um Games
1:31:00 Dank an euch und Abmoderation

Long Summary

In dieser Podcast-Folge geht es um das Thema Weihnachten in Videospielen. Die Gastgeber begrüßen Jessica und Nikolas in der weihnachtlichen Runde und wollen herausfinden, wie Weihnachten in Spielen dargestellt wird. Jessica erzählt von ihrer eindrücklichsten Weihnachtserinnerung in The Walking Dead Teil 2, als sie in einer Berghütte ankam und den Weihnachtsbaum schmücken konnte. Der Kontrast zwischen Gemütlichkeit und der Zombie-Apokalypse hat sie besonders beeindruckt. Sie erzählt auch von einem Spiel namens "Polar Alarm Christmas Edition", das in den frühen 2000er Jahren veröffentlicht wurde und auf der Fernsehsendung "TV Total" basiert. Dabei muss der Spieler als Stefan Raab durch eine Spielwelt laufen und bestimmte Bier trinken und sich dann an bestimmten Stellen erleichtern. Es gibt auch ein Christmas-Level, in dem Weihnachtsmänner den Spieler verfolgen.

Der Gastgeber erwähnt das erste Witcher-Game und eine Community-Mod, in der Geralt den Auftrag hat, den Weihnachtsmann zu töten. Ben stellt Fragen zur Motivation hinter der Mod und Nikolas erklärt, dass der Weihnachtsmann als Symbol des Hyperkonsumismus dargestellt wird. Wir diskutieren über verschiedene Spiele, die Weihnachten thematisieren, wie Spider-Man: Miles Morales und Crimson Snow. Es wird auch über das Spiel Cthulhu Saves Christmas und Viscera Clean-Up Detail Santa's Rampage gesprochen.

In einem weiteren Teil der Folge geht es darum, wie Spiele wie Overwatch die Weihnachtszeit nutzen, um spezielle Weihnachtsskins und Lootboxen anzubieten. Benjamin, ein Psychologe, äußert Bedenken, dass solche Mechanismen vulnerable Personen beeinflussen können. Es wird über Weihnachtsmodi in Spielen wie Overwatch, Valorant und Rainbow Six gesprochen und darüber, wie die Rezeption solcher Spiele komplex wird, wenn die Weihnachtsoutfits sexualisiert sind. Es werden weitere Spiele mit weihnachtlicher Thematik erwähnt, wie Miles Morales und Batman Arkham Origins. Es wird festgestellt, dass es schwierig ist, Weihnachten in Videospielen einfach nur friedlich und festlich darzustellen. Es werden verschiedene Beispiele für Weihnachtsskins und thematisch festliche Spielobjekte genannt.

In der letzten Teil sprechen die Gastgeber über die Symbolik von Weihnachten in Videospielen und wie oft mit Kontrasten gearbeitet wird. Es werden Beispiele für Weihnachtsspiele genannt, wie Secret Santa und Pikmin 3. Jeder teilt seine persönlichen Erinnerungen an Videospiele an Weihnachten. Nicolas erinnert sich an den Super Nintendo als sein erstes Videospielgerät. Der Podcast endet mit einem Dank an die Zuhörer und guten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr.

Brief Summary

In dieser Podcast-Folge geht es um Weihnachten in Videospielen. Jessica erzählt von ihrer eindrücklichsten Weihnachtserinnerung in The Walking Dead Teil 2. Nikolas erwähnt eine Mod, in der der Weihnachtsmann getötet werden muss. Es werden verschiedene Spiele diskutiert, die Weihnachten thematisieren. Benjamin äußert Bedenken über die Auswirkungen von Weihnachts-Events in Spielen. Es wird über die Symbolik von Weihnachten in Videospielen gesprochen. Der Podcast endet mit guten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr.

Tags

Podcast-Folge, Weihnachten, Videospiele, The Walking Dead Teil 2, Mod, Weihnachtsmann, Spiele, Weihnachts-Events, Symbolik, Wünsche, Weihnachtszeit, neues Jahr
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Transcript

Intro und Begrüßung am Kaminfeuer


Ben:
[0:00] Die Tannenbäume sind geschmückt, die Lichterketten sind gespannt.
Draußen fällt der erste Schnee und drinnen duftet es nach Plätzchen.
So besinnlich wie wir uns das Weihnachtsfest vorstellen, geht es in Games nur selten zu.
In dieser Folge besprechen wir Weihnachten im Computerspiel.
Von Schneeballschlachten über Vandalismus an Weihnachtsbäumen bis zur festlichen Lootbox.
Viel Spaß und frohe Weihnachten!
Behind the Screens, liebe Hörerinnen und Hörer, willkommen zu unserer weihnachtlichen Weihnachtsfolge über Weihnachten.
Ich begrüße in dieser gemütlichen Runde die Jessica.

Jessica:
[1:05] Ho, ho, ho, hallo.

Ben:
[1:07] Und den Nikolas, hallo.

Nicolas:
[1:09] Oh, bitte vergeb mir, wenn ich jetzt keinen weihnachtlichen Einstand hier mache, also ohne es zu spoilern.

Jessica:
[1:15] Du machst den Gegenpart.

Nicolas:
[1:17] Ich bin hier möglicherweise noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung dieses Jahr angekommen. Wie kann das sein?
Ich weiß auch nicht. Obwohl wir heute so kuschelig hier zusammengekommen sind.
Vielleicht könnt ihr mir ja helfen, hier noch in dieses Jahr in die Weihnachtsstimmung zu kommen.

Ben:
[1:31] Es hat sich in unsere Reihen ein Grinch eingeschlichen.
Wollen wir doch mal sehen, ob wir den noch zur Weihnachtsstimmung bekehrt bekommen.
Wir haben uns überlegt, wir würden gerne einfach mal in die ganze weite Welt

Pulleralarm, Witcher und Co: Unsere Erfahrungen mit Weihnachten in Games


[1:50] der Spiele schauen und betrachten, wie Weihnachten eigentlich dargestellt wird.
Wird also wo kommt es vor wie kommt es vor in was für spielen taucht es auch wie wird es umgesetzt kann man in einem spiel eigentlich glühwein trinken so wie ich das jetzt gerade tue ich weiß es nicht habt ihr schon mal glühwein in einem spiel getrunken.

Nicolas:
[2:15] Ich höre nichts.

Ben:
[2:44] Überrannt werden, fangen wir das nochmal anders an.
Und zwar würde mich zum Einstieg von euch interessieren, lieber erstmal Jessica, bevor der Grinch kommt.
Also Jessica, mich würde interessieren, wo ist dir denn Weihnachten in einem Spiel begegnet oder was ist deine eindrücklichste Weihnachtserinnerung in einem Game?

Jessica:
[3:06] Es sind zwei, um ehrlich zu sein. Das eine, das mir eingefallen ist, ist The Walking Dead Part 2.
Da gibt es eine Szene, beziehungsweise einen Abschnitt, der an Weihnachten quasi spielt.
Und wir kommen nach einer langen, beschwerlichen Reise mit vielen Zombies und viel Gefahr und so weiter, kommen wir in einer Berghütte an.
Es gibt einen Weihnachtsbaum. Wir können den Weihnachtsbaum schmücken.
Und das hat so eine ganz tolle Stimmung gehabt. Und man ahnt es, Walking Dead, ja, Zombie-Apokalypse, es ist nicht so richtig gut weitergegangen.
Aber da war dieser Kontrast für mich irgendwie so dieses dieses, hat dieses, oh, endlich kann ich irgendwie mal durchatmen, endlich haben wir irgendwie was Schönes, ja, Weihnachten denkt man natürlich irgendwie an Geborgenheit, an Liebe, an alles Mögliche und Zusammensein und so und dann wird das irgendwie so krass durchbrochen.
Das war das eine und das zweite...

Ben:
[4:01] Warte, darf ich ganz kurz dazu fragen?

Jessica:
[4:03] Ja.

Ben:
[4:05] Erstmal, ist das was du meinst mit Part 2, die Staffel 2 von der Telltale-Reihe? Ja.
Und wo kommt das vor im Spiel? Ist es so am Anfang, in der Mitte?
Ich habe gerade gemerkt, dass ich nur die erste Staffel gespielt habe.

Jessica:
[4:19] Ich meine, es ist ziemlich in der Mitte gewesen. Also wir haben da schon ein bisschen was hinter uns, haben aber auch noch ein Stück, ein ganzes Stück vor uns.
Also ja, ich würde sagen, es müsste ziemlich in der Mitte gewesen sein.

Ben:
[4:32] So als kleiner Snack zwischendurch zum Verschnaufen gibt es ein bisschen Weihnachten.
Und dann wird das Weihnachten einem aber auch wieder so genommen.

Jessica:
[4:40] Ja, das ist bitter. Also ich finde, das macht das Spiel ja oft in dem, wie es erzählt.
Wir haben immer wieder so Phasen, wo wir mal kurz durchatmen können, wo alles mal für einen kleinen Moment irgendwie die Welt führt zum Stillstand kommt und eben in diesem Weihnachtsding noch ein bisschen mehr, weil wirklich dann die Traditionen so ausgepackt werden.
Wir fangen an, den Weihnachtsbaum zu schmücken und das Feuer knistert und es gibt was zu essen und alle Leute sind auf einem Haufen und es scheint alles perfekt zu sein und das bricht dann halt, ohne jetzt zu viel spoilern zu wollen, eben doch leider sehr schnell wieder auseinander.
Und ja, das macht das Spiel oft, aber da fand ich es eben nochmal besonders extrem, eben dieser wirkliche Kontrast von Weihnachten, das eben mit so vielen Vorstellungen und für die meisten Menschen zumindest positiven Gefühlen beladen ist, dass das eben so genommen wird und dann quasi ins Gegenteil fast schon verkehrt wird und dir plötzlich alles um die Ohren fliegt.

Ben:
[5:45] Und du hast noch ein zweites Spiel vorbereitet.

Jessica:
[5:48] Ja. Ich habe viele Spiele vorbereitet, aber eins ist sehr alt.
Und du hattest vorhin gefragt, Glühwein. Nein, nicht Glühwein, aber Bier.
Polar Alarm Christmas Edition.
Polar Alarm ist ein Spiel aus den frühen 2000er Jahren von Stefan Raab, der in seiner Sendung TV Total da eine Phase hatte, wo er immer, wenn irgendwo ein männliches Glied entblößt wurde oder kurz davor war, entblößt zu werden, wurde der Puller-Alarm ausgelöst.

[6:27] Don't ask me, wie das genau zustande kam. Ich erinnere mich nicht, ich will es auch gar nicht mehr wissen.
Aber irgendwie kam es dazu, dass dann ein Spiel quasi gemacht und entwickelt wurde, in dem wir als Stefan Raab durch eine Spielwelt laufen und Bier trinken müssen und uns dann natürlich irgendwann das Bier, das wir getrunken haben, wieder entledigen müssen und dann eben an bestimmten Stellen unsere Notdurft richten müssen.
Und das ist natürlich nicht gerne gesehen. Ja, es gibt Gegner, die einen verfolgen und darf nicht gefangen werden und so weiter.
Und wir müssen eben diese Bierflaschen trinken.
Und da gab es ein Christmas-Level, wo wir dann von Weihnachtsmännern verfolgt werden. Und Weihnachtsbäume stehen rum.
Und ja, es hat so quasi so einen Christmas-Anstrich. Aber schlussendlich trinken wir eigentlich auch nur Bier. Ich setze uns für irgendwelche Fernseher.
Wo wir uns ja Videos anschauen, also so Kurzvideos aus den Folgen.
Ja, damals gab es YouTube in dem Sinne noch nicht, da war das echt so cool.
Hier kann man irgendwie mal so Ausschnitte sehen und so. Das war echt noch eine total andere Zeit.
Also klar, Werbespiel, aber es war schon irgendwie witzig.
Also einfach in seiner Absurdität, ja.
Stefan Raab irgendwie durch die Gegend laufen, Bier trinken, an Weihnachtsbäume pullern und so.

Ben:
[7:42] Das ist schon irgendwie schon irgendwie ich weiß gar nicht wie ich sagen soll, ja da muss ich ja gleich abgeben vielleicht aber ich weiß nicht ob ich dazu fragen habe oder lieber nicht also wir sind in einer vor youtube lichen zeit weist du von wanderspiel ist, hast du das gesagt?

Jessica:
[8:08] Ich meine mich zu erinnern, das war auf der Computerbisch Januar 2002, 2001 oder 2002, also wirklich sehr, sehr früh.

Ben:
[8:19] Damals, meine lieben Kinder, als Zeitschriften noch mit CDs und DVDs ausgeliefert wurden, damit man dort Daten von einer Scheibe beziehen konnte, bevor man noch viel mehr aus dem Internet das heruntergeladen hat und bevor man regelmäßig auf YouTube gewesen ist.

Jessica:
[8:41] Okay, Boomer.

Ben:
[8:42] In dieser Zeit, haben Leute wie du, Jessica, ich muss mir das vorstellen, in einem Ladengeschäft gestanden und gedacht, ah ja, Pulleralarm.
Das ist ein Titel, der mich anspricht. Das ist ein Spiel, für das ich gerne mein Geld ausgeben möchte, dass ich so hart, weil ich zwölf Jahre alt bin, hart mir zusammengespart habe von meinem Taschengeld.
Das investiere ich jetzt in das Premium-Produkt Puller Alert.

Jessica:
[9:20] Nein, so lief es nicht. Das ganze Spiel habe ich auch nicht, ich weiß gar nicht, ob man das kaufen musste oder ob man das kostenlos downloaden konnte von seiner Seite.
Kann ich nicht mal meine Hand ins Feuer legen, aber wie gesagt, das war eben auf der Heft-CD als Da ist eins von vielen Spielern mit drauf.

Ben:
[9:38] Okay, das war auf der Heft-CD-Zone. Aber du hast dann in dieses Heft...
Investiert. Also ich kann auf jeden Fall dazu sagen, wenn man danach sucht, findet man noch eine alte Produktinformation auf Amazon.de, wo auf jeden Fall so eine richtige Schachtel abgebildet ist, mit einem ProSieben-Logo, mit einem RaabTV-Logo und einem TV-Total und so einem, das muss man dazu sagen, Comic-Stefan Raab, der so in seiner Karikatur mit so einem, richtig episch gewölbten Doppelkinn.

Jessica:
[10:19] Er hat schon auch prominenten Kiefer gehabt, aber ja, doch, stimmt.
Das Hauptspiel musste man, glaube ich, kaufen und diese Christmas Edition hätte man aber auch runterladen können. Ich glaube, so war das.

Ben:
[10:31] Ah, ja, okay. Das war noch eine Spezialversion, wo man dann gegen Weihnachtsbäume trinken musste. War man da selber Stefan Raab?

Jessica:
[10:38] Da war man selber Stefan Raab. Man hat Stefan gesteuert. Und der Kevin Puschak, der uns ja auch immer wieder begegnet auf Gamescom und Co., der hat auch ein Video dazu veröffentlicht vor ein paar Jahren.
Das findet man bei KepuExcel auch auf YouTube noch.
Also wer sich die volle Ladung Stefan Raab in der Weihnachtszeit reinziehen will, kann das tatsächlich noch tun.

Ben:
[11:02] Also ich werde das nicht suchen, Jessica. Ich verpflichte dich dazu, mir diesen Link zu geben, damit YouTube niemals weiß, dass du da reingeschaut hast.
Ja, YouTube hat das gerade gehört, als sie das in meinem Mikrofon gesagt haben.
Garantiert wird mir das morgen vorgeschlagen oder noch heute Abend.
Okay, ich habe genug davon gehört. Ich will nichts mehr davon wissen, wie der Stefan Weihnachtsbäume anpinkelt.
Es ist aber schön, dass das eine Weihnachtserinnerung für dich ist.
Okay, ich sehe das schon. Nikolas, der kleine Grinch, der ist ja schon so, der zupft sich schon so ungeduldig an seinem Bart.
Was möchtest du uns Schreckliches erzählen, Nikolas?

Nicolas:
[11:47] Also tatsächlich, das erste Spiel, was mir in den Sinn kam, also Thema Videospiele, Weihnachten war ein bisschen, sagen wir mal, abseitiges Spielbeispiel.
Gleichzeitig auch wieder nicht, es handelt sich um das allererste Witcher-Game aus der Witcher-Reihe, Trilogie.
Und dort gab es im Hauptspiel, glaube ich, nicht viel Weihnachtliches zu verkünden, aber das Spiel hatte damals schon einen Mod-Editor. Tor.
Und es gab eine Community-Modding-Gruppe, die hat eine Weihnachtsmod erstellt zu dem Spiel, die dann auch offiziell über, also in-game, runtergeladen werden konnte, so eine Art als offizieller DLC.
Und das Abenteuer nannte sich Merry Witchmas.
Und das gefällt mir deswegen so gut, weil in dieser Mod kriegt Geralt den Auftrag, den Weihnachtsmann zu töten.
Weil das ist das, was Geralt, Geralt der Hexer tötet Monster und genau.
Und man hat allerdings die Wahl im Spiel, es ist so ein bisschen non-linear, führt man den Auftrag zur Befriedigung der auftraggebenden Hexen durch und tötet den Weihnachtsmann, riskiert dann, dass es nie wieder Weihnachten gibt und es nie wieder schneit. Oder.

[13:06] Verweigert man sich dessen und je nachdem nimmt die Geschichte einen anderen Verlauf.
Und sehr viel mehr kann ich jetzt ohne zu spoilern, da auch gar nichts zu sagen, aber eben dieser Aspekt, dass man dort auch mal, also sagen wir mal.

[13:20] Der Weihnachtsmuffeligkeit freien Lauf lassen kann und eben sich am Weihnachtsmann vergehen als Monsterschnetzler, das hat mir doch dann recht gut gefallen, muss ich sagen.
Und so als Grinch und ja, das war so, das war mein erstes und einziges Beispiel, was mir da in dem Moment in den Sinn kam tatsächlich und.

Ben:
[13:45] Ich glaube, ich muss dazu wieder Fragen stellen. Das wirft bei mir wieder Fragen auf, ehrlich gesagt.
Und die erste Frage, also der Weihnachtsmann wird da in dieser Geschichte quasi als Monster eingeführt. Der treibt sein Unwesen.

Nicolas:
[13:58] Genau, die Hexen haben beschlossen, es sei doch jetzt an der Zeit, mit dem Weihnachtsmann mal Schluss zu machen.

Ben:
[14:06] Schluss zu machen. Okay, aber ich meine, macht der irgendwie Ärger oder warum kommen die auf die Idee?
Was stört denn da an diesem Weihnachtsmann so sehr?

Nicolas:
[14:17] Ich meine, ich bin ja heute als Grinch hier, da müssen wir gar nicht viel drüber reden, oder?
Der Weihnachtsmann ist einfach eine Perversion des Lebens.
Also der ist ein Symbol des Hyperkonsumismus, amerikanischer Spielart.
Der gehört beseitigt, ist doch klar.

Ben:
[14:42] Okay, also wenn ihr da draußen euch dafür interessiert, müsst ihr offenbar diesen Fern-DLC selber spielen.
Ich weiß gar nicht, ob man den dann heute so einfach noch spielen kann.
Ja, da müsste man vielleicht das Spiel nochmal installieren und ein bisschen in den Untiefen, weiß ich nicht, nicht so des Grinch-Internets nachschauen, wo dann in den dunklen Ecken so, Kopien des Weihnachtsmann-Tötungs-Simulators gehandelt werden.

Nicolas:
[15:12] Sogar eine offizielle deutsche Synchronisation bekommen und so alles. So liebes Bisschen.

Jessica:
[15:17] Speaking of, ich war selber überrascht, wie viele dunkle Games es zum Thema Weihnachten gibt.
Also so Horrorgeschichten und sowas. Aber bevor ich da einsteige, Ben, du hast noch gar nicht erzählt, was für Spiele dir denn in den Sinn gekommen sind.
Jetzt bei Weihnachten, das darfst du auch mal.

Ben:
[15:35] Ja, ich sag dann noch einmal was Nettes, bevor wir dann in diese Abgründe eintauchen, die wir mitgemacht haben.
Das erste, was mir eingefallen ist, ein Spiel, das ich eben vor kurzem erst gespielt habe, nämlich Spider-Man Miles Morales.
Das ist sozusagen der zweite Teil oder ein Spin-Off zum ersten Spider-Man-Spiel auf PS4 und PS5, Sony-exklusiv. Ich glaube, den ersten bekommt man mittlerweile auch auf dem PC.
Ob es Miles Morales da gibt, das müssen wir alle gemeinsam kurz bei Google nachschlagen.
Das werde ich vielleicht gleich sagen.

[16:16] Genau, jedenfalls ich habe es auf der PS5 gespielt, es war ein Launchtitel auch auf der PS5 was sozusagen hier so ein bisschen nochmal die Power demonstrieren sollte, man kann sich noch schneller durch New York schwingen und es ist ganz großartig, nur dieses Mal, spielt es zur Weihnachtszeit und New York ist erstmal auch ganz eingeschneit also wir haben sozusagen, also es gibt Schnee und schneebedeckte Straßen und schneebedeckte Häuser.
Und was es auch sehr deutlich macht, ist, wir haben Dekoration.
Wir haben überall so, wie ihr das vielleicht auch kennt, so wie man das häufig so in Innenstädten hier auch in Deutschland sieht, dass überall so Weihnachtslichter aufgespannt sind.
In den Fußgängerzonen und was auch in dem Spiel repräsentiert ist, im Einkaufszentrum ein riesiger Weihnachtsbaum.
Da machen wir relativ am Anfang, das Spiel ist so eine wilde Verfolgungsjagd mit Rhino durch so ein weihnachtsüberfülltes Kaufhaus und da steht auch dieser riesige geschmückte Weihnachtsbaum natürlich drin.
Das ist wahrscheinlich irgendwie so das Highlight sozusagen, irgendwie das Weihnachtshighlight im Spiel.

Nicolas:
[17:36] Das Einkaufszentrum. Das Symbol für den grenzenlosen Konsum, für den ungezügelten Kapitalismus.

Ben:
[17:48] Also ich meinte jetzt einfach den schönen Weihnachtsbaum, aber du darfst das auch gerne natürlich ruinieren.

Jessica:
[17:53] Mit Licht und mit Frieden und Ruhe und Freude bis in die Welt.

Nicolas:
[17:58] Ruhe, das Einkaufszentrum, zur Weihnachtszeit.

Jessica:
[18:00] Ja, da geht doch jeder ganz entspannt hin und kauft noch seine letzten Geschenke, alles easy und wie das so ist, nicht? Oder ist das anders?

Ben:
[18:13] Okay, ich gehe davon einfach mal weiter. Wir können uns unsere Vorstellung vom Einkommenszentrum machen. Das ist noch nicht alles.
Es ist tatsächlich auch so ein bisschen Teil der Geschichte, dass es eben Weihnachten gefeiert wird und wir sind bei Familie Morales zu Hause.
Die Mutter ist da, die Hauptfigur Miles ist da und sein Freund Genki, der da glaube ich übernachtet oder Urlaub macht, dann über die Weihnachtstage bei der Familie ist und dort die Zeit verbringt.
Und wir kriegen auch so Aufgaben, also ich glaube, da steht auch ein Weihnachtsbaum zum Beispiel im Wohnzimmer und wir kriegen dann sogar die Aufgabe, wir sollen Musik, die Mutter hier legt doch mal weihnachtliche Musik auf, irgendwie, während wir hier Sachen zubereiten.

[19:01] Und dann darf man in das Zimmer, das ist in der Geschichte der verstorbene Vater sozusagen, und dann geht man da in seine Sachen.
Das ist natürlich ein bisschen emotional aufgeladen für die Figur.
Und dann sind da so drei Records, drei Platten, zwischen denen man wählen kann.
Und dann erfährt man sich ja das ist irgendwie das was mein vater immer gerne gemacht hat oder das ist das was oma gerne hört und da darf man zwischen drei weihnachtsschaltplatten auswählen den weihnachten ja genau das ist so ein nettes detail das ist so dieser aspekt dieser spiele die so ein bisschen sich aus dem walking simulator design geborgt hat das haben wir in den Spider-Man-Spielen so in einigen Stellen.
Da ist es ganz ruhig. Wir sind nicht kostümiert. Wir sind sozusagen in der Lebensrealität des Privatlebens dieser Figuren und, können da so ganz ruhig sozusagen durch die Wohnung schlendern und Bilder anschauen und eben so ein bisschen, diese, sag ich mal, seichte environmental storytelling, mitnehmen.
Und das ist eben ganz weihnachtlich da und Und das mit sehr viel Liebe zum Detail, sozusagen wie eben mit den Schallplatten und den Weihnachtslichtern.

Nicolas:
[20:21] Ist das das, was du dir so erwartest von so einem Spider-Man-Action-Spiel, finde ich?

Ben:
[20:26] Ja, das ist ja nichts, was ich spezifisch erwartet hätte.
Aber das haben die anderen Teile jetzt auch gemacht.
Natürlich nicht weihnachtlich, aber dass du so ein bisschen dieses Gegenstück hast zu den actionreichen Passagen. und das ist eben auch so eher Story-lastige, gemütliche, seichte, also...
Spielerisch seichte Passagen gibt. Und das finde ich aber tatsächlich ganz gut.
Also es ist eine gute Abwechslung.

Nicolas:
[20:56] Hat die Spiele besser gemacht aus deiner Sicht, ja?

Ben:
[20:58] Ja, auf jeden Fall. Also die Idee sozusagen, Elemente von Walking Simulators in andere Spielgenres reinzubringen, das haben die Marvel-Spiele witzigerweise alle gemacht.
Das haben wir in den Spider-Man-Spielen, obwohl die von unterschiedlichen Studios kommen.
Das haben wir in dem Avengers-Game von Crystal Dynamics und das finden wir auch in dem Guardians of the Galaxy Game.
Und es hat aus meiner Sicht alle Spiele besser gemacht, dass es nicht nur das stumpfe Action-Game ist, sondern auch im Pacing variieren kann.

Nicolas:
[21:29] Hallo, wir sind auch ein bisschen Arzifazi. Hallo, wir sind ein ernstzunehmendes Medium.

Jessica:
[21:34] Hallo. Und mit diesen Schallplatten, um hier noch mal kurz das Psychologische reinzubringen, ist ja auch gleich wieder ein Stück Autonomie mir in die Hand gegeben.
Ich kann auswählen, ja, es hat Hat jetzt keine, glaube ich, spielmechanisch krassen Auswirkungen in irgendeiner Form.
Aber ich habe trotzdem zumindest so ein, okay, ich kann hier mal zwischendrin aktiv werden.
Ja, ich kann jetzt nicht hier vor meinem Bildschirm einschlafen.
Und das passiert irgendwie. Ich muss und ich darf eine Entscheidung treffen.
Ist nicht super bedeutsam, ja. Aber trotzdem eins unserer drei Grundbedürfnisse.
Mag da vielleicht so ein kleines bisschen abgedeckt sein.

Nicolas:
[22:10] Die Illusion der Freiheit, der amerikanische.

Jessica:
[22:14] So grunge.

Ben:
[22:18] Das ist auf jeden Fall so ein bisschen natürlich vergleichbar eigentlich auch mit so Auswahlmöglichkeiten wie mit Skins oder so unterschiedlichen Farben oder Hüten oder sowas, die man irgendwo vielleicht auswählen kann.
Solche Beispiele gibt es ja viele, die nicht viel Einfluss haben, aber so hey, ich darf da selber etwas auswählen, genau.
Ja, das war jetzt sozusagen mein eindrücklichstes und ja, vielleicht auch das aktuellste Beispiel zugleich.
Ich habe mir, wenn wir sozusagen weiter über diese Sachen sprechen wollen, überlegt, dass wir uns gemeinsam überlegen können, wie denn Weihnachten eigentlich eingebunden wird, auf welche Weisen es denn Einzug findet in Spiele.
Und ich weiß nicht, ob du da beginnen möchtest mit deiner Beobachtung, Jessica. Du hast es eben schon angeteasert, Weihnachten ist etwas, das bedroht ist oder gerettet werden muss.

Jessica:
[23:20] Also ich habe so ein paar Themen, die mir so aufgefallen sind.
Das eine, dass Weihnachten in irgendeiner Form gerettet werden muss.
Das andere, dass Weihnachten eigentlich nur so eine Art Kulisse ist.
Also es hat jetzt weder spielmechanisch noch sonst irgendwie im Storytelling eine unglaubliche Bedeutung, aber es ist irgendwie da, so wie jetzt vielleicht zum Beispiel in deinem Beispiel gerade, ja, da, Das ist, ja, Settled so eine Stage irgendwie, aber das Spiel würde auch ohne das funktionieren.
Was ich viel gefunden habe, sind so Plattformer, die einfach irgendwie eine Schneelandschaft als Hintergrund haben und man ist irgendwie der Weihnachtsmann oder es hat irgendwie anderweitig einen Christmas-Charakter.
Ja, es fängt auch mit schon Lemmings an.
Es gibt auch eine Christmas-Lemmings-Version, eine sehr, sehr, sehr alte.
Und also das haben wir oft, dass Weihnachten quasi nur so im Hintergrund ist und was mir eben sehr viel begegnet ist, ist, dass Weihnachten mit Horror verbunden

Warum sind viele Weihnachts-Games Horror-Games?


[24:24] wird, was mir davor gar nicht so klar war.
Also es gibt ja auch viel in Horror-Movies, dass diese zwei Themen zusammengebracht werden, vielleicht gerade weil sie so gegenteilig sind, aber es gibt auch sehr, sehr viele Spiele, in denen quasi zu einer Weihnachtszeit halt irgendwie ein Horrorsetting ist und irgendwas Gruseliges oder Blutiges, Blutrunstiges passiert.

Nicolas:
[24:49] Also ich finde es überhaupt nicht abwegig, dass gerade Horror und Weihnachten zusammengepaart wird.
Aus meiner Sicht folgende Beobachtung. Man weiß also aus empirischen Studien, dass die Anzahl psychischer Krisen zum Jahresende hin, insbesondere ums Weihnachtsfest herum und so weiter, dass die rapide zunehmen.
Ja, Leute, Einlieferungen in Psychiatrien, psychische Krisen, solche Sachen.
Und das liegt also aus meiner Sicht auch unter anderem daran, weil, ich sag mal, dieses Element Familie spielt hier eine Rolle.
Das ist nicht für jedermann ein wholesome, ein schönes Thema.
Thema, ja, in Familien wird sich gegenseitig sehr viel Gewalt angetan und zu Weihnachten kommen alle irgendwie aus irgendeinem Grund auf die Idee, man muss jetzt, obwohl man sich überhaupt nicht leiden kann und sich ständig in die Haare kriegt, muss man jetzt doch, zu Weihnachten muss man als Familie zusammenkommen, auch wenn alle jeweils besser dran wären, würden sie doch alleine bleiben.
In dem Sinne sehe ich da schon die starke inhaltliche Nähe zum Horror, weil für manche ist eben genau das, diese sozialen Events, dieses, betont, positive, ist jedenfalls näher am Horror als an der Festlichkeit dran.

Jessica:
[26:09] Ich finde, da machst du schon einen wichtigen Punkt. Also das ist ja was, was tatsächlich auch psychologisch schon so oft begründet worden ist, warum an Weihnachten eben diese Konflikte oft auch so hoch kommen.
Also einfach, weil man, weil dieses Fest so der Prototyp von, ja, es muss friedlich sein, es muss harmonisch sein, alles ist wunderbar, alles ist perfekt.
Und da quasi so viele Erwartungen an einen und an die Situationen herangetragen werden, dass für viele es so ein, leider ja auch tatsächlich verkrampftes Fest irgendwie wird, weil man mit dieser Erwartung, es muss jetzt friedlich sein, wir müssen jetzt alles runterschlucken, egal wie scheiße wir eigentlich gerade alles finden und dass diese Fähigkeit dann einfach, das kostet ja auch viele Energie, dann quasi den ganzen Ärger runterzuschlucken, dass der sich dann natürlich kanalisiert und irgendwann nach oben bricht und man eben das nicht mehr gedeckelt halten kann und dann explodiert alles.
Und ja, so gesehen, dahinter ist natürlich auf jeden Fall eine Verbindung von, wir haben hier das Schöne und dagegen clasht halt eben genau diese ganz andere Welt, wo man vielleicht die anderen am liebsten tatsächlich auch umringen würde, ja, im Übertragenen oder vielleicht manchmal sogar im wörtlichen Sinne.

Nicolas:
[27:25] Ja geil, Jessica, kommst du auch in Team Grinch jetzt?

Jessica:
[27:28] Ja, ich pendel, glaube ich, so ein bisschen hin und her und schau mal, wo es mir besser gefällt.

Nicolas:
[27:33] Du kannst gerne bei mir mitmachen.

Jessica:
[27:34] Ach cool, danke.

Ben:
[27:36] Zwei gegen Benni. Es ist ja tatsächlich...
Ein häufiger Stoff von solchen Weihnachtsfilmen, da geht es ja häufig darum, wie dann alles eskaliert.
Das ist ja so ein Klassiker der Weihnachtsfilmgeschichte, die Familie Griswold, die unter dem deutschen Titel eine schöne Bescherung Weihnachten feiert.
Und natürlich ist es genau das, was Nikolas beschreibt.
Die Familie ist grässlich, es gibt die ganze Zeit Streit. und alles, also diese Wohnung steht in Flammen sozusagen.
Das ist das Bild, das da gezeichnet wird.
Und das macht aber diesen Spagat, dass trotzdem irgendwie, es gibt das Schöne und Festliche an Weihnachten und es gibt auch dieses eher etwas Eskalierende daran.
Und vielleicht ist ja das auch so ein bisschen dann der Grund, was das vielleicht faszinierend macht als Setting, dass das so dieses Besinnliche so umdreht sozusagen.
Also eigentlich ein Ort, da soll man sich irgendwie sicher und gemütlich fühlen.
Horror bedroht ja häufig da, wo man sich sonst eigentlich sicher fühlen würde, wie in der eigenen Wohnung oder an so einem festlichen, gemütlichen Augenblick, in dem man dann nur vermeintlich sicher ist, aber dann doch nicht wirklich.

Jessica:
[29:04] Ich finde das deswegen interessant, weil man das ja auch, also so eine Situation kann man auf verschiedene Arten auflösen also auch diese Anspannung, man kann das was viele Filme und auch einige Spiele machen natürlich quasi ins Komödiantische ziehen dass quasi alles eskaliert und es gibt ja, was weiß ich, die Essensschlacht und alle gehen sich irgendwie an die Gurgel und ja, man sitzt davor und findet das eigentlich ziemlich lustig so zum Zuschauen, also wo sich sich die Anspannung und die Energie in was entlädt, was natürlich in dem Film jetzt oder in dem Spiel nicht lustig gemeint ist.
Aber für uns als ZuschauerInnen ist es irgendwie total klar, dass es halt sehr lustig ist.
Es ist die eine Art, wie es aufgelöst werden kann. Und die andere ist eben, dass sich abbiegen kann und daraus so ein wirkliches Horror-Ding auch bauen kann, wo dann eben genau all diese Bilder auch, die wir zu Weihnachten haben, mit Frieden und Freude und so weiter, dass das quasi wirklich ins Gegenteil, wie du auch gerade gesagt hast, verkehrt wird, fast schon pervertiert wird in eine bestimmte Form und dann eben kippt in den Horror rein.
Und beides löst schlussendlich eben diese Spannung auf, die sich.

[30:17] Anstaut um die Feiertage mit diesen ganzen Erwartungen und ja, von haben wir das richtige Geschenk, haben wir uns richtig verhalten und so weiter und so fort, die einfach da sind und die glaube ich in fast, fast, fast jeder Familie zu einem gewissen Grad ja auch da sind.
Also ich glaube, dadurch wird es auch so ein Stück weit identifizierbar.
Wir haben jetzt hoffentlich nicht alle irgendwie Mordgelüste, wenn wir mit unserer Familie Weihnachten feiern, aber dass es irgendwie nicht immer ganz harmonisch ist und dass irgendwie eine gewisse Anspannung vielleicht manchmal auch in der Luft liegt, aus welchen Gründen auch immer, seien es Familienstreitigkeiten oder Überanstrengungen und Überforderungen mit der Situation oder so.
Ich glaube, das haben wir alle und das kann man eben verschieden auflösen.

Nicolas:
[30:58] Weihnachten ist ja das Fest der Lichter oder des Lichts. Und Licht und Schatten gehen oft miteinander einher oder anders betrachtet, Mit dieser hohen Festlichkeit, Feierlichkeit wird auch eine gewisse Fallhöhe etabliert.
Und dann ist es leicht, wenn das ins Chaos, ins Gegenteil verkehrt wird, dort eine Dynamik abzubilden und die Leute damit zu fesseln und mitfühlen zu lassen, weil vermeintlich so viel auf dem Spiel steht.

Ben:
[31:38] Ja, es ist ja vielleicht auch mitunter der Grund dafür, dass diese Situation, diese echte Weihnachtssituation so angespannt ist, weil wir haben tatsächlich ja, wie ich das auch in Miles Morales gesehen habe, sage ich mal, so ein sehr stilisiertes oder vielleicht sogar auf ein Podest gehobenes Verständnis.
Dass so eine Vorstellung von Weihnachten, eine Idealvorstellung, wie es zu sein hat, eben so besonders gemütlich und alle sind fröhlich, singen gemeinsam Weihnachtslieder und jedes Plätzchen ist selbst gebacken und schmeckt hervorragend.
Und dass diese starke, ja auch medial tradierte und vermittelte Idealvorstellung von Weihnachten natürlich auch so einen gewissen Druck ausübt und dazu zu verpflichten scheint, dass das jetzt gut werden muss, dass es genauso gemütlich wie die Vorstellung werden muss.
Was natürlich selten erreichbar ist. Und das ist vielleicht tatsächlich bei L'Oréal ganz gut zusammengefasst in so einem Weihnachtssketch, wo dann der Satz fällt, so, jetzt müssen wir mal gemütlich sein, jetzt sei doch endlich mal gemütlich, wird da jemand anderem gesagt.
Und das ist natürlich genau dieser Anspruch, der vielleicht dann so zum Pflichtprogramm wird und dann gar nicht realistisch erreicht werden kann. Okay, jetzt sind wir von den Spielen abgedreht.

Jessica:
[33:08] Ich habe ein Spiel dazu. Achtung, ich liefere.

Nicolas:
[33:13] Ich habe ein...

Ben:
[33:14] Ich bin bereit, das anzukündigen. Wieder weiterhauen.

Jessica:
[33:17] Jetzt kommt nochmal Pull-Alarm. Nein, nein, nein, nein. Versprochen.

Ben:
[33:21] Gottes Willen.

Jessica:
[33:21] Nein, nein, wir haben das tiefe Strahl durchschritten. Es geht jetzt wieder bergauf.
Ich habe ein ziemliches Indie-Game auch gefunden mit dem Titel Crimson Snow, das auf Steam beschrieben wird als Weihnachten ist eine Zeit der Freude.
Doch diesmal lauert etwas Dunkles hinter dem Festtagsschmuck.
Allein ihre Handlungen bestimmen, ob sie und ihre Geliebte die Weihnachtsnacht überleben werden.
Die Weihnachtsnacht wird zur Schreckensnacht. Erleben sie die Mischung aus Festtagsatmosphäre und einem Albtraum des Übernatürlichen.

[33:57] Ja, es geht eben genau darum.
Wir sind dieser Protagonist in diesem Adventure, würde ich mal sagen, also Horror-Adventure und wir haben Kontakt zu unserer Freundin und denken erst, dass die uns einlädt, in das Haus gegenüber zu gehen.
Und wir kommen da an und stellen fest, dass es nicht die Freundin, die da diese Überraschung vorbereitet hat, sondern etwas aus der Vergangenheit.
Wie auf Steam auch steht, die Geheimnisse ihrer Vergangenheit lassen sie nicht ruhen.
Decken sie diese auf, bevor sie sie vernichten.
Also das mal angeteasert. Jedenfalls sind wir dann quasi auch in so einer Art Horrorhaus und müssen uns da, da müssen wir irgendwie lebendig rauskommen und den Kontakt zu der Freundin halten und eben müssen tatsächlich auch Entscheidungen treffen, die dann bestimmen, wie das Spiel ändert. Es gibt ja verschiedene Enden.

[34:55] Also es sah ziemlich cool aus. Ich habe es noch nicht geschafft, es zu spielen.
Ich habe nur in ein Let's Play reingelinst, aber das fand ich so genau dieses...
Wir haben vordergründig erstmal, ja, es fängt irgendwie auch an, hier Weihnachtszeit und alles schön und dann in diesem Horrorhaus ist das aber eben...
Also, hier haben wir die Fassade und dahinter ist dann aber eigentlich der eigentliche Horror und es dreht sich eben ganz schnell um von der freudigen Erwartung von, oh, wir können jetzt hier ein schönes Fest zusammen feiern zu, hier läuft was ganz gewaltig schief und das kann übel ins Auge gehen.

Ben:
[35:30] Crimson Snow. Crimson Snow.

Spiele, in denen Weihnachten gerettet werden muss


[35:34] Ich habe ja auch übrigens, wie ich das manchmal so mache, dann bei Social Media hineingefragt, welche Spiele denn andere Leute so kennen.
Mittlerweile muss ich das ja bei unzähligen Twitter- Ersatzplattformen posten, die ja wie Pilze aus dem Boden schießen.
Unter anderem bei Blue Sky on Threads von Meta, das inzwischen in Europa verfügbar ist.
Und auf Blue Sky habe ich zum Beispiel eine Antwort bekommen von unserem Kollegen Pascal Wagner, der ja auch Language at Play macht und schon den ein oder anderen Beitrag bei uns gemacht hat.
Und Pascal hat nochmal vorgeschlagen Cthulhu Saves Christmas.
Und ich weiß total lange, dass dieses Spiel existiert.
Und ich glaube, dass es nicht richtig ein Horrorspiel ist, sondern eher lustig.
Aber ich habe keine Ahnung.
Kennt ihr dieses Spiel Cthulhu Saves Christmas?

Jessica:
[36:39] Also es ist auf meiner Liste, aber ich habe mich nicht nähergehend damit beschäftigt, muss ich sagen.

Nicolas:
[36:47] Also bei Cthulhu, wenn ich jetzt mal hellhörig bin, natürlich ein cooles Potenzial für ein cooles Setting.
Ich habe es selbst noch nicht gespielt.

Ben:
[36:59] Ich glaube, ich habe das sogar tatsächlich aus irgendeinem Bundle.
Also es ist so ein bisschen, könnte so ein RPG-Maker-Spiel sein.
Also so sieht es so ein bisschen ganz klassisch Pixel-Art Super Nintendo Rollenspiel.
Und eine der Figuren oder die Hauptfigur ist halt Cthulhu.

[37:16] Und hier steht jetzt mal in der Beschreibung, damit wir das geklärt haben.
Eldritch Horror saves Christmas for fun and profit in this fast-paced, turn-based JRPG-Comedy.
Glück gehabt, es ist eine Comedy Cthulhu wird nicht den Weihnachtsmann auffressen, so wie der Witcher das wahrscheinlich, ableisten soll am Ende nur mit dem Schwert so schlimm wird es hier nicht also das sieht auch tatsächlich irgendwie ganz unterhaltsam und nach JRPG aus Pascal hat es auf jeden Fall empfohlen er sagt, es ist sein Go-To-Weihnachtsspiel, deswegen sei es hier an dieser Stelle nochmal erwähnt.
Es ist ja in dieser Kerbe von Spielen, die Weihnachten bedroht sehen.
Also hier ist es dann nicht ganz so in der Horrorschiene. Hier wird das dann mal so gerettet von Cthulhu für den Witz sozusagen.
Finde ich aber irgendwie ganz schön, wenn ich das jetzt so sehe. Da steht er.
Cthulhu hat übrigens nicht nur so seine charakteristischen Pentakel auf diesem Bild, sondern er hat auch Flügel und ein Schwert for whatever reason und es sieht ziemlich witzig aus.

Jessica:
[38:34] Ich habe noch ein Horrorspiel oder ein witziges Spiel, glaube ich, auch eher in der Kategorie, aber Ist es Polar Alarm 2?
Nein, es gab wahrscheinlich zum Glück keinen Nachfolger dieses Spiels.
Das ist dann auch wieder in der Versenkung versuchen.
Ach Gott, in der Versenkung versunken, da sind wir schon angekommen. Egal.
Ein anderes Spiel, das ich mitgebracht habe, wo der Weihnachtsmann nicht so ganz der Liebe ist.
Das Viscera Clean-Up Detail Santa's Rampage.

[39:13] Getitelt auf Steam mit Tragedy, Santa, the toy-giving folk hero and purveyor of fine Christmas goods, has had enough.
Endless requests von griechischen Kindern, die immer mehr und mehr jedes Jahr wollen, Taxi-Aufgaben, Druck von Elf-Unionen, Bill's Reindeer.
Es ist Ihr Anliegen als Empfänger von Polar Sanitation, die grisselige Nachbarin von Santas blöden Rampage zu schliessen.
Denn der liebe Santa hat ein bisschen aufgeräumt und wir kommen in hübsche Weihnachtshäuschen hinein, in die Werkstatt der Elfen, der Weihnachtselfen und überall ist Blut und kaputte und tote Elfen.
Und ja, wir dürfen aufräumen und sauber machen und das Blut von den Wänden runterwischen.

Nicolas:
[40:05] Nochmal kurz, gegen wen richtet sich die Aggression des Weihnachtsmanns da?

Jessica:
[40:09] Gegen alle offenbar.

Nicolas:
[40:11] Auch gegen die Kinder.

Jessica:
[40:12] Die Kinder sind keine.
Ich habe keine Kinder gesehen. Es scheint am Nordpol gewesen zu sein.
Nein, weil er am Nordpol seine Rampage gemacht hat.
Und natürlich nicht bei den Kindern. Ganz so schlimm ist es nicht.
So böse war er nicht. aber er hat wohl am Nordpol Thema, wie sind Mental Breakdowns dargestellt.
Das ist vielleicht wieder ein nicht so richtig gutes Beispiel auf dieser Ebene.
Da heißt es nur, don your cap, grab your mop and get this place sorted out, so the company can get a replacement in here ASAP and restore Christmas for another generation. Narration.
Darauf bin ich übrigens aufmerksam geworden über den Ben vom Spielsinn Podcast, der ja erst zu Gast war und mit dir, Ben, gesprochen hat.
Der hat nämlich auch ganz viele Weihnachtsspiele gestreamt vor einigen Jahren.
Letztes Jahr, vorletztes, ich weiß nicht mehr genau. Und da ist auch eine Folge entstanden zu Christmas Games.
Also an diese sei auf dieser Stelle auch verwiesen. Werden wir natürlich auch in den Shownotes verlinken. Und Gruß geht an dich aus, Ben.

Ben:
[41:29] Ich würde von diesem Bereich mal eine Idee weitergehen.

Weihnachtsevents in Multiplayer-Games


[41:35] Wir haben jetzt ja so ein bisschen eben diese Spiele besprochen, die vielleicht entweder ins Horror-Genre hineingehen oder zumindest Weihnachten bedroht ansehen oder auch aus humoristischen Gründen Cthulhu losschicken, um Weihnachten zu wecken.
Es gibt natürlich noch einige andere Arten und Weisen, wie Weihnachten auftauchen kann und woran ich tatsächlich zuerst gedacht habe, sind die typischen Weihnachts-Events, insbesondere in Multiplayer- und Service-Games.
Ja, da spannen wir den Bogen zurück zu Nikolas. Was für ein Zufall.

Nicolas:
[42:20] Die Service-Gate sagst du.
Lass mich raten, dort werden Möglichkeiten angeboten, es ist das Geschenk an die Spielenden, dass man dort auch ein bisschen Geld ausgeben kann, im Rahmen dieser Events, ja?

Ben:
[42:32] Ja, das ist aber schön.

Nicolas:
[42:35] Du bist quasi, wenn du das hier im Podcast bewirbst, du bist jetzt der hohe Priester des Konsums an der Stelle, der, also die Lieder seiner Herren hier verkündet und sagt, Ja, da gibt es also diese Ingame-Events, wo einfach so auf zynische Art und Weise VideospielentwicklerInnen, häufig genug auch wahrscheinlich die Publisher dahinter, also auch ein bisschen was von der Konsumbereitschaft, von der Spendenbereitschaft abgreifen wollen, die Spielenden, die sich jetzt besonders großzügig herausstellen zum Jahresende.
Und da also teilweise einfach ob es passt oder nicht, mit Gewalt noch so ein paar, so ein Weihnachtsanstrich in ihre Spiele pressen, nur um noch ein bisschen Geld aus den Spielenden zu quetschen.

Ben:
[43:26] Meinst du wie beim Witcher? Ah ne, das war eine Mod.

Nicolas:
[43:31] Außerdem, das ist ein ironischer Kommentar auf genau diese Missstände, die ich hier gerade nochmal...

Ben:
[43:37] Da wird ja viel rein interpretiert in diesem DLC, aber das ist wollen wir doch mal euch allen da draußen überlassen, das selber zu judgen.
Aber du hast natürlich genau einen Punkt. Manchmal passt es besser, manchmal passt es schlechter.
Ich denke da zum Beispiel an die Zeit, in der ich viel Overwatch gespielt habe.
Overwatch war eines der Spiele oder ist eines der Spiele, die regelmäßig dann zu Weihnachten auch einen weihnachtlichen Wintermodus hat.
Winter Wonderland hieß ja in den letzten Jahren Und der brachte dann so einen Schneeballschlachtmodus mit.
Und wie ich recherchiert habe, ist das auch gar keine Seltenheit.
Auch so Spiele wie Valorant aktuell und Rainbow Six haben dann wohl so Schneeballschlachtvarianten.
Also für den gemeinen Shooter bietet sich das vielleicht an.

[44:34] Es hat natürlich auch so ein paar spielerische Eigenheiten gehabt.
Das ist erstmal grundsätzlich natürlich ein Spielmodus, der dann kostenlos, kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.
Aber wo du recht hast, Nikolas ist natürlich insbesondere jetzt bei Overwatch, da kann ich sagen, dass dann auch jedes Jahr besondere Weihnachtsskins herausgebracht werden.
Also das Elfenkostüm, das Weihnachtsmannkostüm und das Rentieroutfit und was man sich alles vorstellen kann, wo dann unterschiedliche Charaktere hier ausgestattet werden mit unterschiedlichen Skins.
Und das sind natürlich solche, die man aus den Lootboxen ziehen musste, die es jetzt nicht mehr gibt, das sei dazugesagt, aber damals hat es die immer noch gegeben.
Und die Lootboxen hatten dann auch einen Geschenkskin zu Weihnachten.
Da sahen die dann nicht so aus wie normalerweise und die Weihnachtslootboxen waren halt dann so ein Geschenk mit Schleifchen, das dort aufgemacht wurde.
Und natürlich, wie du gesagt hast, am Ende des Tages konnte man natürlich ganz viel Geld investieren, um sich die Lootboxen zu kaufen, um dann diese seltenen Skins, die man eben nur zur Weihnachtszeit bekommen konnte und danach dann nicht mehr, dann muss man immer bis zum nächsten Jahr warten, bevor man die wieder überhaupt aus so einer Lootbox bekommen kann.

Nicolas:
[45:51] Was sagst du als Psychologe dazu, Benjamin? Ist so das Geschenk als Frame für so ein Dark Pattern, ist das ein passendes, angemessenes, Perspektive auf die Manipulation der Spielenden zu ihrem eigenen Nachteil?

Ben:
[46:09] Also bei den Schlümpfen ist das Geschenk auf jeden Fall immer explodiert, wenn da eine Schlumpf das mitgebracht hat.
Und so ist das, wenn man so will, vielleicht ja auch hier, also deine, mit einem, sag ich mal, schon gespickten Unterton, deine Frage ist natürlich berechtigt.
Und du weißt, was ich davon halte, denn wir haben ja schon eine Folge über Dark Titans gemacht, dass natürlich das Geschenk eigentlich wie das Free-to-Play-Spiel nicht wirklich ein Geschenk ist, sondern mir erstmal kostenfrei angeboten wird, aber immer mit dem Hintergedanken, mir dann später noch mehr davon zu verkaufen für Geld, das ich ausgeben soll.
Und ja, wir wissen, ein Großteil der SpielerInnen gibt wenig oder gar kein Geld aus, aber trotzdem werden sehr, sehr viele Millionen und Milliarden umgesetzt in diesen Spielen.

[47:07] Und das geht dann eben zurück auf eine kleinere Minderheit von Personen, die besonders anfällig für solche Arten von Manipulationen angeboten sind.
Das heißt, auch hier gilt natürlich, unabhängig von der Weihnachtszeit, diese Mechaniken, insbesondere Lootboxen gegen Geld, schaden eigentlich denjenigen Personen, die eben vulnerable sind, wie Kinder zum Beispiel, Menschen mit psychischen Vorerkrankungen oder Menschen, die in Armut leben und andere.
Um das nochmal auszubuchstabieren.
Das gilt natürlich hier, das muss man dazu sagen.
Es bleibt immer in solchen Sachen so ein unangenehmer Geschmack, zumindest bei mir, zurück, was diese Dark Patterns angeht.
Manchmal, wie bei Overwatch oder anderen Spielen, sind es zugleich trotzdem gute und interessante Spiele, sodass man da sozusagen immer vor die komplexe Rezeption gestellt ist, was man damit eigentlich machen soll, dass man das einerseits gut findet und andere Teile aber auch überhaupt nicht gut findet.

Nicolas:
[48:11] Was genau, erzähl nochmal, was genau ist denn komplex an der Rezeption, wenn dieses unheilige Muster noch vervollständigt wird, dadurch, dass diese Weihnachtsoutfits dieses Skinzolli auch noch durchsexualisiert sind?
Da haben wir den Skimpy Weihnacht, das Skimpy Weihnachtselfoutfit.
Sagen wir mal, also vor welche Komplexitäten stellt sich das in deiner Rezeption? Wenn du da...

Ben:
[48:33] Ja, also das ist auf jeden Fall eine interessante Beobachtung.
Das ist tatsächlich auch etwas, was man bei League of Legends sehen kann, dass die Mehrzahl von Outfits, also von Skins, die es zusätzlich gibt, sind sozusagen in der Historie des Spiels eher sexualisiertere Outfits gewesen.
Also selbst für die Figuren, die jetzt im Standard-Skin keine besonders sexualisierte Darstellung haben, bekommen dann meistens irgendwie so ein knappes Outfit, irgendwie den Bikini oder irgendwas spendiert als so ein Outfit.
Auf jeden Fall eine richtige Beobachtung. hier, wie das bei Overwatch ist, da gibt es auch das Weihnachtselfen-Outfit irgendwo.
Also es ist, würde ich sagen, in der Gesamtschau Overwatch nicht so überbordend in diesem Bereich.
Allerdings habe ich es jetzt auch schon wieder eine Weile nicht mehr gespielt und kann da nicht für die Gesamtheit der Skins sprechen.
Also die, um deine Frage zu beantworten, natürlich die Komplexität der Rezeption kommt natürlich auch zustande.

[49:44] Dadurch, dass dass gleichzeitig man ein interessantes Spiel hat, dass man ein interessantes Gameplay hat, das man gerne unter Umständen spielt, weil es da interessante Herausforderungen und Kniffe bietet oder interessantes Teamplay bieten kann.
Und gleichzeitig hat man es mit solchen Mechanismen zu tun.

[50:05] Jedenfalls können wir an einem Beispiel für Overwatch sehr gut sehen.

[50:11] Wie die Weihnachtszeit hier genutzt wird, sozusagen, um nochmal so ein Event unter die Leute zu bringen, um hier ja.

[50:21] Besonders seltene und thematisch festliche Spielobjekte und meistens Skins auch zu verkaufen.
Das ist natürlich jetzt kein Einzelfall hier. Wir kennen das in vielen Spielen, wo einfach so, sag ich mal, der Skin benutzt wird.
Ja, da gibt es zum Beispiel Christmas Day in Animal Crossing.
Ja, da muss man kein DLC verkaufen und nichts runterladen.
Aber wenn Weihnachten ist, gibt es auch auch im Spiel, den Christmas Day.
Und es gibt auch Weihnachtsoutfits natürlich, die man einfach so im Spiel bekommen kann, die man dort, also für die Ingame-Währung, kaufen kann.
Nichts, was hier mit DLCs oder Ingame-Käufen verbunden ist. Das gibt es auch in vielen Spielen.

[51:10] Vielleicht sozusagen kann man hier auch noch mal Pokémon Go erwähnen.
Da geht es natürlich wieder in die Richtung von Dark Tatans.
Konnte man immer mal wieder Pokémon dann zur Weihnachtszeit fangen, die dann irgendwie zum Beispiel eine Weihnachtsmütze aufhatten.
Pikachu mit der Weihnachtsmütze war, glaube ich, eins der ersten Event-Pokémon, sozusagen, die es da zur Weihnachtszeit gegeben hat.
Und auch das kehrt natürlich jedes Jahr wieder, um nochmal dazu zu bewegen, hier in das Spiel reinzuschauen und da dann die Pokémon zu sammeln, die eben limitiert sind auf einen kurzen Zeitraum.
Und das ist auch einfach so Skins. Das ist, glaube ich, das Häufigste, was wir sehen.

[51:57] Weihnachtsmützen, ein Weihnachtsmann, Kostüme oder Elfen, Elfenkostüme, solche Sachen.
Auch in Hitman zum Beispiel.
Da hat es eine spezielle Variante gegeben bei dem Hitman-Reboot, von dem es ja mittlerweile drei Teile gibt.
Da gab es im ersten Teil diese Paris-Map und davon gab es auch eine Weihnachtsvariante, in der dann so Einbrecher wie bei Kevin allein zu Hause unterwegs sind.
Und da kann dann auch der Hitman zum Beispiel so einen als Weihnachtsmann verkleideten überwältigen und sich das Kostüm selber anziehen und dann dort als Weihnachtsmann herumlaufen und sich um diese Einbrecher kümmern.
Das ist schon irgendwie eine ganz witzige Variante hier, aber zeigt nochmal, wie beliebt einfach das Kostüm des Weihnachtsmannes hier im Spiel, in diesem Bereich Skins, nenne ich das mal, unterwegs ist.

Jessica:
[52:56] Wenn du jetzt gerade schon Kevin Allein zu Haus sagst, dann muss ich zumindest diesen einen Satz loswerden, dass es tatsächlich auch ein Home Alone Videogame gab, das sich aber nicht gut verkauft hat und auch nicht besonders gute Kritiken eingefahren hat.
Aber gab es zum Beispiel für den NES, für Sega und so weiter, also so ein paar.
Game Boy auch, das waren alle ein bisschen unterschiedlich von dem, was man im Spiel tun musste, aber wurden alle nicht so wirklich gelobt.
Also es war so ein bisschen halt die Kevin-Allein-zu-Haus-Cash-Co, die da gemolken worden ist.
Aber ja, wenn du den Titel schon sagst, dann wollte ich den Satz hier doch loswerden.

Nicolas:
[53:39] Mir wird so klar bei den Beschreibungen, dass einer der Pull-Faktoren hier die Faszination für viele ausmacht von den Spielen.
Ich glaube, dass Nostalgie hier vielleicht auch eine Rolle spielt.
Das Weihnachtsfest ist für viele irgendwie nostalgisch besetzt.
Es ist mit Erinnerungen aus der Kindheit an eine gewisse Unschuld, an eine gewisse Sorgenlosigkeit geknüpft, die dann vielleicht im Erwachsenenleben zunehmend.

[54:09] Weniger gefühlt und gelebt wird, auch zum Weihnachtsfest nicht.
Und Videospiele an sich eben ähnlich für viele.
Ebenfalls vielleicht mit der Kindheit assoziiert, mit unschuldigem Spiel und diese Erinnerungen daran, wie man aufgeregt war, weil irgendwie vielleicht ein Videospiel unter dem Weihnachtsbaum lag oder so, ich kann ja nur aus eigener Erfahrung schildern, das war, zusammen mit dem Lego in meinem Fall, zusammen mit dem Lego-Spielzeug war das das absolute Highlight und der größte Aufreger, was da wohl für ein Spiel unterm Baum liegen könnte.
Und ich glaube, so ein Teil davon lebt dieses Crossover aus Videospielen und Weihnachten lebt auch ein bisschen von dieser Nostalgie Erwachsene, die eine größere Finanzkaufkraft haben, die sich selber nochmal vielleicht ein bisschen, zurückversetzen wollen, diese Zeit und für die dann entsprechende Konsumangebote, auch auch dann eben bereitgestellt werden, auf dass sie doch die Umsätze steigern mögen.

Ben:
[55:19] Ja, das ist übrigens eine total tolle Idee. Das können wir nächstes Jahr machen.
Jetzt sage ich es offiziell on the record, dass wir in der nächsten Weihnachtsfolge vielleicht unsere eigenen persönlichen Weihnachtserlebnisse mit Spielen verarbeiten können. Für mich ist es auch eine sehr schöne Idee.
Auch bei mir hat es erst Lego und später Games unter dem Weihnachtsbaum gegeben.
Also der Nostalgie-Faktor spielt hier auf jeden Fall auch für mich persönlich beteiligt.

Nicolas:
[55:51] Jetzt kann man das Crossover aus Lego und Videospielen ja haben, da kriegt man einfach so eine Guthabenkarte oder was auch immer für Fortnite und dann kann man da in dem neuen Lego-Modus sich die derben Skins kaufen, Und so richtig sich schön kuschelig fühlen oder so, ich weiß nicht, ob das so funktioniert, aber so stellen sich das vor, Leute.

Ben:
[56:15] Habe ich viele Lego-Games gespielt, aber es hat für mich nie so gut funktioniert, wie man sich das vorstellt, wenn man beides mag.
Also die meisten Spiele waren irgendwie nett, aber haben für mich nie so eine große So-Kraft irgendwie entfaltet. Vor allem, glaube ich, weil die dann doch selten irgendwie dieses Gefühl von Lego-Bauen eingefangen haben.
Das hat Minecraft dann spielerisch am Ende viel besser geschafft.
Aber ich würde noch einmal weitergehen, gerade in einen anderen Bereich,

Weihnachten als elementarer Teil der Story


[56:47] der auch ziemlich groß ist und der vielleicht auch, was jetzt eine ernsthafte Behandlung vielleicht von Weihnachten angeht, am interessantesten ist.
Jetzt hier, nachdem wir sozusagen die düster humorvollen abgehakt haben, die kapitalistischen Integrationen des Weihnachtsfestes, hier nochmal als Teil der Story und die Vorlage eben meine Geschichte von Miles Morales, wo es halt wirklich so ein bisschen in die Geschichte des Spiels verwoben ist, dass gerade Weihnachtszeit ist.
Und da gibt es eine ganze Menge in unterschiedlichen Abstufungen.
Ich stelle da nochmal eins daneben, Vielleicht fallen euch ja auch welche ein, die ihr gespielt habt.

[57:34] Das andere prominente Beispiel ist Batman Arkham Origins.
Ebenfalls ein Superhelden-Spiel, ebenfalls ein Open World.
Hier spielt es dann in Gotham City und in diesem Teil ist es auch hier verschneit.
Es gibt Weihnachtsdekorationen und verschiedene andere Sachen.
Es spielt komplett am Heiligabend.
Diese Arkham-Spiele spielen immer an einer einzigen Nacht tatsächlich.

[58:01] Was auch so irgendwie ein charmantes Element ist und hier ist es der Heilige Abend und das Joker-Thema in dem Spiel ist, ja, es kommt der Joker natürlich vor, ist sozusagen Carol of the Bells, also eine Variante sozusagen eines Weihnachtsliedes, die hier in das Joker-Theme eingewoben ist.
Also da hat man sich auf jeden Fall ganz viel Mühe gemacht, das so ein bisschen, sichtbar zu machen. Und auch hier verkehrt man natürlich dann, dass diese gute, gesündliche Weihnachtsstimmung ein bisschen in das Gruselige des Jokers, Aber man hat natürlich auch einfach diesen Backdrop. Es ist ein bisschen eine Kulisse.
Der Klassiker für Weihnachten als Kulisse im Filmbereich ist ja zum Beispiel auch Die Hardship langsam.
Ein Film, der einfach an Weihnachten spielt und es kommt so ein bisschen vor, aber es spielt also eigentlich kaum eine Rolle.
Man könnte diesen Film wahrscheinlich auch ohne Weihnachten spielen lassen, aber es taucht dann doch immer mal wieder auf.
Fallen euch da noch weitere Spiele ein, bei denen das ähnlich ist?

Jessica:
[59:13] Ich glaube, das haben wir relativ häufig, wie du auch schon sagst, dass das so miteinander verwoben ist, dass es einerseits eine Kulisse ist, die man notfalls auch austauschen könnte und die Story dann mehr oder weniger auch noch funktionieren würde, aber vielleicht nicht genauso.
Ich habe da nochmal ein Beispiel aus dem Horrorbereich, aber das hier, glaube ich, jetzt auch ganz gut passt, mit dem Titel Christmas Massacre.
Da geht es, ja, es ist das, was man erahnt. Es geht darum, dass man ein Kind in einem Kinderheim spielt.
Also der erste Level ist man das Kind im Kinderheim.
Dieses Heim wird von Nonnen geführt und man darf nicht an der Weihnachtsfeier teilnehmen.
Die verbieten einem das, man weiß nicht wieso und dann beschließt dieses Kind quasi Rache zu nehmen und einfach alle abzustechen, findet ein Messer in der Küche und geht dann auf Rampage und dann gibt es so einen Zeitsprung zu dem Erwachsenen.
Also das Kind ist jetzt erwachsen geworden und sein Weihnachtsbaum spricht jetzt mit ihm und sagt, es gäbe sehr viele naughty Leute da draußen und er müsste sie alle umbringen.
Und man messet sich und dann quasi durch die Gegend sticht oder flammt, dann später auch mit Flammenwerfern alle ab, die Weihnachten feiern.

[1:00:31] Es ist ein gar nicht so unbekanntes Spiel, wie ich dann herausgewonnen habe, mit ein bisschen mehr Recherche.
Es gibt ganze Videos, die diese Story versuchen nochmal aufzuarbeiten und zu erklären.
Also ja, man kann da ein 15-minütiges Video über diese Story machen, don't ask me how, aber es geht tatsächlich.
Und das pervertiert, finde ich, auch nochmal so dieses göttliches Kind-Ding, was wir ja so mit Weihnachten haben.
Da würde man jetzt so aus gumianischer Perspektive quasi sagen, das göttliche Kind als der Archetyp, der jetzt hier irgendwie das Kind ist bedroht, das ist das neue Leben, das kommt und das muss geschützt werden und ist bedroht und wird dann aber der Retter und so weiter und so fort.
Und hier dreht sich das quasi komplett um und das Kind ist quasi der Massacre-Bringer und Larry heißt der Gute übrigens und klar haben wir auch wieder diese Themen, wie ist mentale Gesundheit dargestellt, weil natürlich könnten wir jetzt sagen, ja, der Weihnachtsbaum spricht wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich hat er irgendeine Form von Psychose oder so, das wird im Spiel alles nicht so richtig erklärt, aber es macht so den Eindruck von dem.
Und ja, also da steht natürlich das Weihnachtsfest quasi im Zentrum der Geschichte.
Ohne das Weihnachtsfest würde diese Geschichte wahrscheinlich so nicht funktionieren.
Also auch mit diesem ersten Auslöser, dieser ersten Frustration, dass er da nicht an Weihnachten an dem Fest teilnehmen kann.

[1:01:53] Aber ja, also natürlich einige problematische Aspekte würde ich schon auch sagen an dem Spiel, aber es scheint auch vielen Menschen sehr viel Freude zu machen, weil es eben genauso über alles, was wir vorhin gesprochen haben, quasi komplett umdreht von dem Friede, Freude und so weiter.
Ende. Ja, das komplette Gegenteil.

Ben:
[1:02:16] Ja, also diese Folge ist jetzt schon sehr viel blutiger geworden, als ich das je gedacht habe.

Jessica:
[1:02:21] Ich bringe hier wieder die ganzen Abstecher mit einer...

Nicolas:
[1:02:25] Rot und Weiß, aber die Weihnachtsfarben.

Jessica:
[1:02:30] Tja, woher kommt das Rot?

Ben:
[1:02:32] Also, wenn ich hier nochmal in meine Liste reinschaue, sind es aber tatsächlich auch viele Spiele, die Shooter sind, die ab 18 freigegeben sind.
Oder zumindest sich an Erwachsene errichten, die in dieser Liste auftrauen.
Zum Beispiel gibt es für Call of Duty 4 Modern Warfare gab es eine Variante von einer Map von Crash.
Da gab es Christmas Crash. Das war eigentlich die gleiche Map, die es schon gab, nur dass es Nacht war und so einen Weihnachtsbaum gegeben hat und so ein paar Geschenke lagen da rum und solche Sachen.
Genau, also Also so Weihnachtslichter, ja eben auch einfach dieser Weihnachtsskin quasi für eine Map.
So als kleines Zunicken an die Kümmeltier hier, kleines Geschenk für euch.
Es war sozusagen eher so eine Art Skin, keine ganz eigenen Maps.
Aber ich habe hier noch Mafia 2 zum Beispiel, das Intro.
Da kommt die Hauptfigur Vito an Weihnachten nach Hause und es schneit.
Man muss da irgendwie durch Schnee laufen und durch Schnee fahren.
In Bully, falls ihr euch an das Spiel erinnert, von Rockstar, wo man so ein Kind in der Schule spielt, das irgendwie da...

[1:03:54] Dem Titel nach irgendwie in Mobbing verwickelt ist.
Ja, wo man einfach, also so ein Runde ist es so ein frecher Junge, man prügelt sich da und man spielt Streiche und es sind auch so, es ist so ein typisches Rockstar-Game.
Und da kommt zum Beispiel dann auch natürlich ein betrunkener Weihnachtsmann drin vor. Einfach kein Netter.
Das ist wieder dann so ein bisschen der schäbige, betrunkene Weihnachtsmann, der hier aufreicht.
Auch noch ein älteres Hitman, Blood Money.
Hier gab es tatsächlich so eine Playboy-Mansion-Mission. Also es hieß nicht offiziell Playboy-Mansion, aber es war quasi genau das.
Spielte auch zu Weihnachten schon. Also irgendwie scheint es diese Franchises auch so ein bisschen anzuziehen.
Also das, was eigentlich eben nicht besinnlich ist, finden wir hier auch in den großen Titeln.

Jessica:
[1:04:44] Metal Gear auch noch.

Ben:
[1:04:46] Stimmt, Metal Gear 2. Solid Snake.
Also eins der alten, nicht Metal Gear Solid. Das darf man nicht verwechseln.
Nicht Metal Gear Solid 2, sondern Metal Gear 2.
Da sind wir in den 80er Jahren auf dem Nintendo Entertainment System, wo das auch im Hintergrund spielt.
Und wo du das schon sagst, es gibt noch ein Kojima-Spiel, ein sehr altes, das die meisten heute wahrscheinlich gar nicht mehr kennen, mit dem Titel Snatcher.
Ich glaube, das war so Playstation-1-Zeit herum.
Und das ist eher so eine Art Cyberpunk-Spiel. Wir befinden uns in so einer Cyberpunk-Zukunft wie in Blade Runner zum Beispiel und es spielt auch an Weihnachten.
Es gibt sogar einen Informanten in dem Spiel, der auch als Weihnachtsmann verkleidet ist. Also sehr, sehr viele.
Also der Weihnachtsmann ist einfach überall, das muss man sagen.

Nicolas:
[1:05:43] Ich denke, ein Grund, warum das, sagen wir mal, in den Medien häufig dann einen düsteren oder makabren Turn nimmt oder so ist.
Ich glaube, es ist verdammt schwer, Weihnachten einfach so darzustellen, wie es dem Klischee entspricht, so ganz friedlich, festlich, weil eine solche Darstellung droht in gewisser Weise irgendwie witzlos zu sein.
Und das ist ja der Tod der Spannung und der Unterhaltung, ist, wenn ein Videospiel irgendwie letztendlich keine Aussage macht über bestimmte Dinge.
Und dann ist es eben da, wo es nicht ironisch gebrochen wird, wo es nicht ins Gegenteil verkehrt wird oder irgendwie vielleicht sogar zynisch kommentiert wird, droht es auch irgendwo witzlos zu werden. Die Frage ist, muss das so sein?

Ben:
[1:06:32] Ja, also deine These ist jetzt ein bisschen, okay, das Videospiel, das ist von Aktion geprägt, von Action, man muss handeln, man muss was tun und die Besinnlichkeit ist eigentlich das Gegenteil der Handlung hier.
Hier gemütlich irgendwo sitzen.
Ja, das kann man bei Life is Strange zwischenzeitlich sich in den Wegesrand setzen und den Soundtrack lauschen, aber das ist nichts, was als Idee und Gefühl irgendwie ein ganzes Spiel tragen könnte.
Zu wenig Interaktion, zu wenig Handlung und das wird nicht funktionieren.
Ja, die Frage ist das so, vielleicht müssten wir überlegen, ob es ein weihnachtliches Zen-Game geben könnte, wo man sich irgendwie zen-artig durch Weihnachtsumgebung bewegt oder weihnachtlich inspirierte Rätsel ganz besinnlich lösen muss.

Jessica:
[1:07:22] Ich habe ein Spiel gefunden, da ist auch der erste Level kostenlos.
100 Christmas Cats heißt das und das ist quasi ein, ja, ja, ja, diesmal wird es nicht blutig, versprochen.
Es ist ein Spiel, bei dem man, ja, quasi ein Wimmelbildspiel, auf dem wir 100 Katzen finden müssen und im Hintergrund läuft Weihnachtsmusik und es ist eben ein weihnachtliches Motiv, das wir da sehen, in dem wir diese 100 Katzen finden müssen.
Die klicken wir an und das war es eigentlich.
Also es hat so ein bisschen so tatsächlich seinen Charakter.

Nicolas:
[1:07:56] Klingt wie so ein Catch-All. Okay, was mögen die Leute?

Jessica:
[1:07:59] Weihnachten?

Nicolas:
[1:08:00] Katzen? Okay, lass uns ein Weihnachtskatzenspiel machen.

Jessica:
[1:08:05] Wow.

Ben:
[1:08:05] Ich werfe hier nochmal einen Blick in meinen Social-Media-Post, um noch ein paar Ergänzungen aus der Community quasi hier mit hineinzubringen in dieses Thema auch Backdrop, also wo findet Weihnachten im Hintergrund statt?
Zum Beispiel in Persona 5.
Das ist ja auch ein Spiel, die Persona-Reihe, die immer so sehr, klare zeitliche Strukturen hat. Da verbringt man Tage und dann geht es einen Tag weiter.
Und das Finale des Spiels ist der 24. Dezember.
Da geht man quasi sozusagen in den letzten Dungeon und das ist der Tag, der auch das Finale des Spiels darstellt.
Was ganz interessant ist, ich würde da gerne einmal eine Verbindung herstellen, weil ein Spiel, was tatsächlich eine sehr, sehr coole Weihnachtsepisode hat, ist nämlich Phoenix Wright Ace Attorney.

[1:08:59] Der erste Teil, ich glaube, der ist in Europa eben zuerst auf dem Nintendo DS rausgekommen. In Japan gab es ihn schon auf dem Game Boy.
Und in der ursprünglichen Fassung ist die vierte Episode auch das Finale des Spiels.
In der späteren Fassung gab es noch eine zusätzliche Episode, die dann danach spielt.
Aber eigentlich ist das der finale Akt. Und auch Phoenix Wright ist auch ein Spiel, in dem Tage sozusagen sehr klar hervorgehoben sind.
Also an welchem Tag, in welchem Jahr spielt diese Geschichte.
Und wenn ich mich recht erinnere, beginnt diese Geschichte des Spiels im November oder im September vielleicht und geht dann auch hinein in diese Weihnachtszeit.
Und es findet ein Verbrechen statt in dieser Weihnachtszeit und es ist auch der wichtigste Fall natürlich des Spiels.
Es ist eine bekannte Figur, die vorher vorgekommen ist, ist auf einmal sozusagen.

[1:10:04] Des Mordes beschuldigt und Phoenix Wright muss sie verteidigen.
Es ist also absolut hervorragend natürlich, das Spiel sowieso.
Es ist die allerbeste Folge, ich würde sagen, es ist die beste Folge oder der beste Fall aus der gesamten Reihe von Phoenix Wright, soweit ich sie gespielt habe.
Und wirklich ganz, ganz hervorragend. Ich will dazu gar nicht spoilern, aber auch hier, was die interessante Parallele ist, ist, hat man so einen Vorlauf und dann so ein Countdown quasi und eines dieser Höhepunkte spielt dann, der Höhepunkt spielt dann irgendwie um diese Weihnachtszeit, wie bei Persona auch.
Vielleicht ist das ja etwas, was so natürlich für uns kommt, weil wir auch Adventskalender pflegen, die ein Countdown zum Weihnachtsfest sind, bis zum 24.
Dezember. Vielleicht lässt sich das sozusagen gut irgendwie auf diese Spielidee übertragen, dass wir natürlich aus, dass wir gelernt haben, ah ja, wir warten hin auf diesen 24.
Dezember und das ist dann der Höhepunkt oder der 25.

Nicolas:
[1:11:11] Es gibt natürlich Spiele, die von ihrer Struktur her, soll die ihre Struktur letztendlich beziehen oder sich, basieren auf der Struktur, die den Jahresverlauf irgendwie vorgibt, wie bei Persona, wo man irgendwie ein Schuljahr zum Beispiel oder sowas.

[1:11:27] Simuliert und Und innerhalb dieser Gestalt, in der sich ein solches Jahr offenbart, ist ja Weihnachten, dann eben markiert den Endpunkt eine Übergangssituation, ein Wendepunkt.

[1:11:42] Wo sich das eine Jahr in das nächste wendet letztendlich.
Und damit wird quasi mit dem Weihnachtsfest ja so eine Art natürlicher Sondercharakter, als eben der Jahresabschluss etwas endet, etwas Neues beginnt und so weiter zugewiesen.
Und das sind dann eben, ja, DOR, sagen wir mal, das sind eben Momente, in denen potenziell viel passiert.
Die über den großen, schnöden Jahreswechsel hinausgehen, wo auch innere Wechsel vollzogen werden innerhalb von Figuren und so weiter.
Der Mensch, der hat ja so einen gewissen, ja, der ist im Fluss, der hat einen gewissen inneren Flow und orientiert sich in gewissen Maßen auch vielleicht so am Wechsel der Jahreszeiten und so weiter, auch von der Psyche her.
Wir sind ja durchaus, normal gibt es Leute, die zum Beispiel eine Winterdepression entwickeln oder so saisonal.
Also der Mensch ist gewissermaßen gekoppelt an, ist Teil der Natur.
Und die Natur hat natürlich hier in Westeuropa einen gewissen Lauf, einen gewissen Jahresverlauf.
Und innerhalb dessen markiert Weihnachten natürlich einen besonderen Punkt, den Endpunkt des Jahres.

Ben:
[1:13:00] Ja, also im Sinne eines Rituals.
Natürlich, es gibt der Sache einen Rhythmus.
Jahresanfang, Jahresende sozusagen, das gibt in menschlichen Denkformen sozusagen eine Struktur, nach der man sich hier richten kann, die eben durch so ein Jahreswechselritual stark gekennzeichnet ist.

Nicolas:
[1:13:48] Also ohne als ein Weihnachtsexpert ein Ausgewiesener zu sein, einige der Elemente der westlichen Tradition von Weihnachten, insbesondere europäischen, hat ja auch mancherlei Ursprünge in, sagen wir mal, nicht nur im amerikanischen Hyperkonsumismus, wie ich das so ein bisschen ironisch zugestützt habe, sondern auch so in heidnischen, germanischen Traditionen des Lichterfestes und so weiter.
Dahinter steht ja, sagen wir mal, eine machtvolle Fantasie, ein Symbol, nämlich der Dunkelheit, Licht entgegensetzen.
Und das sind eben Kategorien, mit denen ja Videospiele häufig auch hantieren.
Ja, da gibt es das Böse, die Dunkelheit, von dem setzen wir den Helden oder die Heldin des Lichts irgendwie gegenüber.
Über maximale Kontraste schaffen und wir wissen, Kontraste sind grundsätzlich dazu geeignet, Menschen anzusprechen.
Menschen finden Kontraste interessant, Menschen finden Kontrastarmut uninteressant und damit ist schon der Background vielleicht bereitet für die Auseinandersetzung von Gut und Böse, Licht und Dunkelheit usw., was so eine Art symbolische Zuspitzung erfährt im Weihnachtsfest und Lichterfest.

Symbolik von Weihnachten


Ben:
[1:15:12] Ja, das würde mich mal interessieren, Jessica, kannst du uns, du bist ja so ein bisschen Symbolikexpertin hier, eigentlich noch ein paar Worte zur Symbolik von Weihnachten erzählen, weißt du da was?

Jessica:
[1:15:26] Ja, also was immer wieder diskutiert wird, ist natürlich, wenn wir das jetzt als das christliche Fest im Hintergrund betrachten, da würde man sagen, da kommt ja, also die Idee ist ja quasi Gott kommt auf die Erde.
Gerade diese Idee, das himmlische verbindet sich eben in irgendeiner Form mit dem weltlichen.
Es hat ja ganz stark diesen Neuanfangscharakter. Also auch wenn man das Kirchenjahr anschaut, das endet ja mit dem Toten Sonntag und fängt dann mit den Adventssonntagen quasi frisch an.
Also auch hier ist quasi so eine Erneuerung, wo man eigentlich denken würde, die kommt zu Ostern. Aber nein, die kommt tatsächlich vor Weihnachten.

[1:16:07] Also das ist viel mit drin, was auch wieder eigentlich zu den Gegensätzen ganz gut passt, Nikolas, die du gerade vorhin genannt hast.
Auch da quasi dieser Gegensatz Himmel und Erde, der sich verbindet.
Ja, Gott und Mensch verbinden sich in irgendeiner Form. Gott wird Mensch.
Mensch, als Kind auch noch, also haben wir natürlich noch diesen ganzen Bereich des Kindes und der Symbolik des Kindes noch mit drin, den man sich da anschauen kann.
Wir haben natürlich ganz klar diese klassischen Sachen, über die wir jetzt auch schon gesprochen haben, ja, Liebe, Frieden, Hoffnung und so weiter, die eben ja auch in dieser Weihnachtsgeschichte tradiert werden und für die die symbolisch stehen kann.
Ihr habt jetzt gerade auch noch diesen Abstecher gemacht zu den Riten, was ich noch wichtig finde, also dieses strukturierende Element schlussendlich, sei es jetzt sowas wie Lieder singen, Geschenke auspacken, essen und so weiter, die ja eben oft, wie wir jetzt gerade auch diskutiert haben, in Games in irgendeiner Form vorkommen, entweder irgendwie spielmechanisch verpackt oder zumindest in der Geschichte verpackt.

[1:17:11] Und ja, der Archetyp des göttlichen Kindes, da habe ich ja gerade vorhin schon kurz was dazu gesagt im Zusammenhang mit diesem Christmas Massacre, wo eben genau dieses, ja, das Kind, das quasi Heil und Leben und Segen und so weiter mit sich bringt, dass das eben immer wieder dann auch quasi verkehrt wird, nicht nur in Spielen, aber eben auch in Spielen.
Lass mal so in Kurzfassung.

Ben:
[1:17:39] Genau, also da sozusagen ist diese Verbindung in der Symbolik eben, wie du sagst, sehr stark christlich geprägt.
Also das muss man ja dazu sagen, wir haben ja sehr popkulturell über das Weihnachtsfest gesprochen bisher und gar nicht so sehr über seine wirklich christlichen Wurzeln tatsächlich.
Also man könnte sich ja auch fragen, wird eigentlich in einem Spiel diese berühmte, sag ich ja mal, Geburtsszene vom Jesuskind im Stall und dann kommen diese Heiligen Drei Könige da noch vorbei.
Für mich sind das Erinnerungen an Grundschulzeiten, in denen wir diese Geschichte aufführen mussten oder sollten für unsere Eltern.

Jessica:
[1:18:30] Krippenspiel.

Ben:
[1:18:31] Ja, das Krippenspiel, das ist ein Klassiker wahrscheinlich.
Ja, aber das sind natürlich eigentlich genau diese, sag ich mal, christlichen Ursprünge, über die wir sprechen.
Da können wir natürlich auch überlegen, wird sowas eigentlich dargestellt?
Hält mir tatsächlich auch gar nicht ein so richtig. Also Religion sowieso nicht so ein starker Teil des Computerspiels zu zeigen. Nicht so vordergründig in den meisten Fällen.
Wäre nochmal eine eigene Folge wert, müssten wir aber glaube ich noch mehr darüber nachdenken.
Ja, habt ihr noch dieser Liste von Weihnachten im Hintergrund der Geschichte gesehen?

Reprise: Weihnachten als Teil der Story


[1:19:12] Als Backdrop für Spiele habt ihr da noch ein Beispiel hinzuzufügen.

Jessica:
[1:19:19] Ich weiß nicht, ob das richtig als Backdrop taugt, aber ich weiß nicht, wo ich es sonst noch unterbringen soll.
Und ich finde das eine ganz nette Empfehlung, weil es eben auch kostenlos auf Steam zu spielen ist, nämlich Secret Santa.
Das ist quasi so ein Stealth-Game, in dem wir Santa spielen und Geschenke verteilen müssen. Und wir dürfen natürlich nicht von den Kindern gesehen werden.
Die haben, wie wir es von Stealth Games kennen, solche Sichtkegel, in die wir nicht reingeraten können oder nicht reingeraten sollten.
Wenn die Kinder uns erwischen, dann stoppt das Spiel einfach und es geht von vorne los. Aber es gibt auch solche Charaktere wie die Sleepy Gunman, die einen dann einfach erschießen und es gibt Minen, die explodieren können. Also voll mein Thema.
Und man kann sich, wenn man die Geschenke versteckt hat, kann man sich dann, das finde ich total süß, kann man sich in so einer großen Geschenkbox verstecken und kann sich dann in diesem Geschenk fortbewegen und muss dann immer, wenn die Kinder einen sehen, dann stehen bleiben in dem Geschenk, dass sie einen nicht sehen, quasi nicht erkennen.
Und dann kann man sich so an denen vorbeischleichen.
Also es ist einfach süß gemacht.

Nicolas:
[1:20:27] Ein Metal Gear soll, Zitat, oder nicht, das in der Kiste verstecken?

Ben:
[1:20:33] Ja, da ist es ein hübsches Geschenk.

Nicolas:
[1:20:38] Ja, da steht ja das Geheimnis im Vordergrund.
Und das Geheimnis, sagen wir mal, in Termini von Gameplay-Mechanik, ist das Geheimnis der eigenen Anwesenheit.
Und dann sind wir in dem Stealth-Bereich. das ist ja eigentlich nochmal eine interessante note in dem fall oder die heimlichkeit das heimelige weihnachtsfest und die heimlichkeit des weihnachtsmannes dort wir haben an anderer stelle bereits in unserer folge zum thema selbst darüber gesprochen meine erste richtige folge mit euch das richtig ist teammitglied folge 8 ja wir haben ja auch.

Ben:
[1:21:17] Mindestens zwei Hitman-Spielen hier Weihnachten schon wieder gefunden.
Also vielleicht gibt es da tatsächlich eine Verbindung.

Jessica:
[1:21:24] Und das heimliche und das, ja, und das unheimliche hatten wir ja auch in unseren Horror-Folgen, wo wir dich befreut sind.

Ben:
[1:21:32] Ja, und bei Horror waren wir ja heute sowieso schon ziemlich ausführlich.

Jessica:
[1:21:35] Ja, sorry, ich komme immer wieder darauf zurück. Ich halte jetzt auch die Klappe.

Ben:
[1:21:40] Ich füge der Liste vielleicht nochmal ein paar Erwähnungen hinzu.
Vielleicht inspiriert das den einen einen oder die andere unter euch, sich das nochmal anzuschauen. Und zwar könnt ihr zum Beispiel Pikmin 3 bekanntermaßen auf der Nintendo Switch spielen.
Und da gibt es so ein Challenge Pack DLC und der heißt Fortress of Festivity oder so heißt dieser Level, der in diesem Challenge Pack enthalten ist.
Und das ist im Grunde eigentlich ein gedeckter Weihnachtstisch, also mit so Kerzen und Deko und da muss man dann mit den Pikmin herumlaufen und bestimmte Aufgaben erfüllen.
Also das fand ich irgendwie ganz putzig, als ich das gesehen habe, das ist irgendwie ganz nett.
Eben Teil dieses DLC-Packs gibt es sozusagen den weihnachtlichen Tisch so ein bisschen.
Dann gab es ein ganz altes Spiel, ich bring mal einen Retro-Titel, rein.

[1:22:43] Und ein älteres Mickey-Maus-Spiel auf dem Sega Mega Drive, World of Illusion, starring Mickey Mouse.
Und das konnte man sogar so kooperativ spielen. Einer war der Mickey Mouse und einer war Donald Duck.
Und das hatte so ein Zauberthema und man war in ganz vielen fantastischen Welten unterwegs.
Und eine dieser Welten war auch so eine Christmas mit Arian, der halt einfach Weihnachtsbäume richtig fest sich herum standen und man in dieser Deko halt rumgeklettert und man war so klein, man war so geschrumpft quasi und alles war riesig und da ist man so als kleine Figur konnte man durch diese Weihnachtsbäume und durch den Schmuck hüpfen.
Definitiv etwas, was da so eine sehr ansprechende Pixel-Darstellung auch einfach gemacht hat.
Und auch das sei erwähnt, das haben mir viele Leute auf Social Media geschrieben, die Yakuza-Reihe, da spielen ganz, ganz viele Spiele tatsächlich während der Weihnachtszeit.
Und hervorheben würde ich vielleicht nochmal Yakuza 2, weil da, wie ich herausgefunden habe, sogar Silent Night, also auch wieder ein Weihnachts-Dies-Klassiker, in den Endcredits spielt.
Also auch dieses Spiel endet sozusagen auf einer weihnachtlichen Note und sogar mit einem Weihnachtssong.
Also fand ich tatsächlich recht spannend.

Weihnachts-Erinnerungen des Teams rund um Games


[1:24:11] Und um vielleicht auch