Manche Wüsten sind extrem heiß, andere zeichnen sich durch extreme Kälte aus – Wüsten aus Schnee und Eis. Mit Schneestürmen, Glatteis und Kälte-Statuseffekten zählt das Eislevel zum Standardrepertoire digitaler Spiele. Doch was macht Schnee und Eis so extrem? Und warum ist dieser Aggregatszustand so beliebt in Games? Das und mehr besprechen wir in dieser neuen Extremraum-Folge.

Titelbild: The Long Dark, Hinterland Studio

Extreme Räume

Der Begriff des Extremraumes tritt in einer Doppelrolle auf: Zum einen beschreibt er einen extremen Lebensraum, in dem eine oder mehrere Bedingungen als extrem gelten (z.B. extreme Hitze, extreme Temperaturwechsel). Er spielt aber auch im Konzept der Raumsemantik nach Lotman eine Rolle. In diesem erzähltheoretischen Ansatz werden Texte nach ihrer räumlichen Ordnung hin betrachtet. Ein klassisches Zelda-Areal lässt sich beispielsweise in zwei Räume gliedern: einen Tempel und einen Außenbereich. Diese beiden Areale sind disjunkt voneinander getrennt und haben eine Grenze, die bisweilen nicht passiert werden kann. Beispielsweise kann man das Fischmaul in Link’s Awakening nicht betreten, weil das umgebende Wasser zunächst unpassierbar ist. Der Außenbereich repräsentiert dabei oft Sicherheit und Vertrautheit, während das Innere eines Tempels für Gefahr und Transformation steht.

Zwei sehr gegensätzliche Räume werden mitunter als Extremräume bezeichnet. Insbesondere werden aber auch semantisch dichte Areale eines Raumes als Extremraum bzw. -punkt bezeichnet. Ein Tempel in Zelda spitzt sich beispielsweise in dem Bossraum zu, in dem die Themen und Mechaniken des Tempels eine konzentriert sind und eine zentrale Rolle spielen.

Extremraum Schnee und Eis

In dieser Podcast-Folge identifizieren wir Spiele, in denen Schnee und Eis raumsemantisch eine besondere Rolle spielen.

Welten aus Schnee und Eis begegnen uns in Spielen oft als schöne Winterlandschaften mit Schneemännern, gemütlichem Soundtrack und weihnachtlichen Zügen. Doch einige Survival-Spiele wie The Long Dark, Valheim und The Red Lantern wissen um die Gefahren des Extremraumes: Orientierungslosigkeit in Schneestürmen, Schneeblindheit und Frostbeulen bis hin zu Hunger, Durst und Kältetod. Wie verschiedene Games die Bedrohung durch Kälte umsetzen, hört ihr in dieser Folge.

TLDR

00:00:00 Unsere Erfahrungen mit Schnee & Eis in Games
00:12:48 Twitter-Stimmen zum Thema
00:25:36 Was macht Schnee & Eis extrem?
00:53:07 Spiel-Umsetzungen des Extremraums
01:18:56 Extremraum nach Yuri Lotman
01:32:33 Symbolik von Eis & Schnee
01:44:14 Zusammenfassung & Abmoderation

Spiele in der Folge
  • Valheim
  • Genshin Impact
  • Super-Mario-Reihe
  • Rayman-Reihe
  • Dungeon Siege
  • The Long Dark
  • It Takes Two
  • Frostpunk
  • Snowboard Kids
  • SSX
  • Steep
  • Days Gone
  • Snow Runner
  • Metroid Fusion
  • The Last of Us II
  • The Red Lantern
  • Never Alone: Kisima Inŋitchuŋa
Psychologie und Konzepte

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